Unsere grosse Reise

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Switzerland
Jacqueline wurde im vergangenen Jahr 40 Jahre alt und Dani konnte den selben Geburtstag dieses Jahr feiern. Wir beide sind seit 10 Jahren verheiratet und kennen uns seit über 20 Jahren. Für uns liefern bereits schon diese Fakten genug Gründe, um ein neues grosses "Midlife"-Abenteuer in Angriff zu nehmen. Das ganze geschmackvoll angereichert mit unserem chronischen Fernweh ergibt nun im Endergebnis eine Reise, von welcher wir noch nicht genau wissen, wohin sie uns im Detail führt, wie lange sie dauert und was genau auf uns zukommen wird. Mit diesem Blog möchten wir euch ein bisschen Anteil an unserem Trip haben lassen und euch aus unserer Optik berichten, was wir in der grossen weiten Welt erleben und was gerade so abläuft. Wir danken euch schon heute für eurer Interesse und wünschen euch viel Spass im Seitenwagen von Jack Daniels.
"Der Gewinn eines langen Aufenthaltes ausserhalb unseres Landes liegt vielleicht weniger in dem, was wir über fremde Länder erfahren, sondern in dem, was wir dabei über uns selbst lernen."

Roger Peyrefitte (*1907), frz. Schriftsteller und Politiker

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Nepal - der Berg ruft

Ein letztes Fondue auf der Fröscherli-Terasse und schon mussten wir einmal mehr Abschied nehmen von unseren Leuten in der Schweiz. Auch diesmal beschlich uns ein etwas mulmiges Gefühl, den Rucksack zu packen und einfach wieder davon zu ziehen. Zu schön waren die Momente mit unseren Freunden und der Familie, zu imposant waren die traumhaften Herbsttage in den Bergen. Aber Abschied nehmen heisst auch aufzubrechen zu neuen Ufern, ist es vielleicht nicht eines der Geheimisse, welches das Fernweh ausmacht? Bereits schon im Flugzeug Richtung Asien waren solche Gedanken weit verflogen.

Nach einem Zwischenhalt in der Indischen Hauptstadt Delhi flogen wir schnurstracks nach Kathmandu. Auf den ersten Blick scheint alles ein bisschen chaotisch und schmuddelig, Asien eben. Beim genaueren Hinschauen entdecken wir aber ziemlich schnell die Herzlichkeit der Menschen, die energiegeladene Atmosphäre, die wunderbaren Gerüche, die spirituellen Zeremonien, Asien eben. Kathmandu hat uns von der ersten Minute an in seinen Bann gezogen, wir können uns hier gut anklimatisieren und letzte Vorbereitungen für das bevorstehende Trekking treffen. Zum Glück haben wir gutes Material aus der Schweiz mitgebracht, mit den hier verkauften koreanischen Fälschungen von Mammut, The North Face und Deuter wären wir auf 5'000 M.ü.M wahrscheinlich auf verlorenem Posten. Trotzdem haben wir uns das eine oder andere Schnäppchen dazugekauft. In Asien staunen wir immer wieder, wie gigantisch die Preisunterschiede zu Europa sind. Nun, uns soll es recht sein.
Ab Donnerstag werden wir dann zwei Wochen rund um den Annapurna unterwegs sein. Mit dem Himalaja geht für uns ein grosser Traum in Erfüllung, wir freuen uns extrem, endlich einmal die Achttausender auf dem Dach der Welt zu sehen. So verabschieden wir uns vorerst von der Zivilisation und freuen uns, euch demnächst unsere Eindrücke und Erlebnisse schildern zu können.

die "Henkersmahlzeit" im Entlebuch

was würde die CKW wohl zu diesem Kabelsalat sagen

wir haben ziemlich schnell neue Freunde gefunden

Wind, Sonne und Freiheit

Freitag, 9. September 2011

Schweiz - Fondue und Berge

Seit vier Wochen sind wir nun schon wieder in der Schweiz, wie schnell doch die Zeit vergeht. Die ersten beiden Wochen waren streng aber wunderbar. Wir haben viele liebe Leute aus unserem Familien- und Freundeskreis getroffen, zusammen geplaudert, erzählt, gut gegessen und getrunken. Daneben fanden wir auch genügend Zeit, um uns gut in der Heimat anzuklimatisieren, wir hatten ja Wetter wie die Götter. So machten wir denn auch ziemlich schnell die Wanderwege in der Zentralschweiz unsicher.

Nach diesen zwei Wochen waren wir aber nicht unglücklich, dass wir uns wieder ein bisschen zurückziehen konnten. Wir packten unsere sieben Sachen und verreisten für vierzehn Tage nach Obergesteln (VS). Jedesmal, wenn wir im Goms ein paar Tage verbringen, haben wir das Gefühl, dort oben sei die Zeit stehen geblieben. Alles geht ein bisschen gemächlicher, man hat es nicht so eilig und schliesslich ist ja morgen auch noch ein Tag. Geradezu ideal, um einen geruhsamen Urlaub zu verbringen. Aber wer spricht denn hier von ruhen. Wer uns beide kennt, weiss wohl nur allzu gut, was das grosse Thema im Wallis war. Richtig, wandern, wandern und noch einmal wandern. Es verging kein Tag ohne vier- bis sechstündige Wanderung. Rottenweg, Sidelhorn, Gomer Höhenweg, Brudelhorn, Jostsee, Bettmerhorn um nur ein paar zu nennen. Wunderschön war es und die unzähligen Kilometer dienten zudem als ideales Training für die bevorstehende Annapurna Umrundung in Nepal. Ein ganz spezielles Highlight erlebten wir im Goms mit dem Besuch des Sepp Blatter Fussballturniers. Der FIFA-Präsident ist Ehrenbürger von Ulrichen und seine Stiftung organisiert jeweils Ende August ein Fussballturnier. An diesem Sonntag wimmelte es in der 220-Seelen-Gemeinde nur so von Promis: Günter Netzer, Kubi, Gilbert Gress, Andy Egli, Fritz Künzli, Christian Gimenez, Georges Bregy etc. gaben sich im Obergoms ein Stelldichein, das war vielleicht eine Gaudi.

Inzwischen sind wir wieder im schönen Entlebuch und hoffen auf einen goldigen Herbstbeginn. Gerne möchten wir noch den einen oder anderen "Hoger" besteigen. Daneben muss jetzt aber auch genügend Zeit bleiben, um die bevorstehende (zweite) Reise vorzubereiten. Die Visas für Indien und Nepal haben wir schon, es geht nun darum, unsere Reiseausrüstung auf Vordermann zu bringen und uns einen groben Reiseablauf fürs kommende Halbjahr zu skizzieren. Schon bald heisst es nämlich wieder Abschied zu nehmen. Am 2. Oktober hebt die SWISS Maschine mit Destination Kathmandu (Nepal) ab und wir werden mit an Bord sein. Es geht also bald weiter, wir sind "gwunderig", was auf uns zukommt und lassen es euch regelmässig wissen.

malerische Idylle auf dem Chrüzlipass

das Chalet "Leginen" in Obergesteln

viel Prominenz am Sepp Blatter Fussballturnier - z.B. Daniel Balmer rechts im Bild :-)

fast schon andächtige Stimmung beim Grossen Aletschgletscher

geschafft!!! wir haben den steilen Aufstieg zum Brudelhorn bewältigt...

...und geniessen die Szenerie vor dem Berg aller Berge

Dienstag, 9. August 2011

Mauritius - Erholung pur

Mauritius, inmitten des Indischen Ozeans, ist wahrlich eine Perle zum Seele und Herz baumeln lassen. Die vergangenen neun Monate waren oft anstrengend, so wollten wir uns vor der Heimreise noch etwas Erholung gönnen. Gemacht haben wir eigentlich nicht viel. Aufstehen, eine Stunde "zmörgele", zwei Stunden lesen, drei Stunden walking, eine Stunde Fitness, Apero, Nachtessen...und schwups war der Tag vorbei - und jeden Tag der gleiche Ablauf. Nach allem was wir erlebt hatten, war dieses Programm ziemlich easy, man konnte den Kopf mal abschalten, es hat gut getan. Wir haben uns über ein deutsches Reisebüro ein wunderschönes Pauschalhotel gebucht (dem tiefen €-Kurs sei Dank) und dabei diesen, für uns doch eher aussergwöhnlichen Luxus genossen.

Einmal geht aber alles zu Ende, das galt selbstverständlich auch für uns. Via Johannesburg sind wir am vergangenen Montag definitv nach Hause geflogen und haben nach neun Monaten und acht Tagen, nach vier Kontinenten und unzähligen Flug- und Landmeilen erstmals wieder helvetischen Boden betreten. Die Vorfreude auf unsere lieben Leute und auf die Vorzüge der Schweiz war sehr gross, das Gefühl dann aber schon etwas kommisch, als uns der Zöllner am Flughafen mit einem zürcherischen "Grüezi" nach unseren roten Pässen fragte. Dann ging die Tür zum Epfangsbereich auf und...welch eine Freude. Chrigu, Monika, unsere Nichte Lili, Sandra, Regina, Martha und Anna haben uns einen bombastischen Empfang bereitet, das war ein Nachhausekommen sagen wir euch.

Uns so sind wir nun wieder für einige Zeit in der Schweiz. Wir freuen uns auf die kommenden acht Wochen mit viel Wandern, Freunde besuchen und Vorbereiten auf den zweiten Trip. Es muss noch einiges gemacht werden, bevor wir Anfangs Oktober erneut Richtung Osten abheben. Wir werden unsere Eindrücke in der Schweiz und das anschliessende Asienhalbjahr weiterhin auf diesem Blog festhalten...also auch für euch geht die Reise weiter.

die Umgebung bietet sich förmlich an, einfach nichts zu tun

Strände wie aus einer Bacardi-Werbung

der Zimmerboy hat jeden Morgen das volle Programm gegeben

unser Abschlussdrink - Prost auf die "erste" Reise

...dann ging die Sonne das letzte Mal unter

grosser Bahnhof am Flughafen

...und ein weiters überraschendes Empfangskommite


Freitag, 15. Juli 2011

Südafrika - Eindrücke

Wie es bei uns halt so ist, waren wir von den Bergen wieder einmal nicht weg zu kriegen. Tolle acht Tage haben wir im malerischen Bergdörfchen Clarens verbracht, welches idyllisch inmitten der Maluti Mountains und dem Golden Gate Nationalpark liegt. Unweit dieser Szenerie wird jeden Abend ein eigenartig dramatisches Schauspiel aufgeführt. Kurz bevor die Dunkelheit die letzten Farbflecken am Himmel ausradiert hat, passiert hier etwas ganz Magisches. Die zerklüfteten Sandsteinformationen der kastanienbraunen Berge leuchten noch einmal golden im schwächer werdenden Abendlicht. Zitronengelbe Sonnenstrahlen umreissen die Silhouette der Hügelzüge, bevor der Himmel in einem Feuerwerk aus Violett- und Rottönen explodiert. Wow! Diese Inszenierung ist unglaublich - und dies alles ohne technische Hilfsmittel, ein wahres Wunder der Natur.

Wenn man von Südafrika berichtet, kommt man nicht drum herum, nebst all dem Schönen auch die Schattenseiten zu skizzieren. Viele Leute leben in einfachsten Verhältnissen, zahlreiche unter der Armutsgrenze. Die Analphabetenrate auf dem Land ist enorm hoch und Südafrika weist die höchste AIDS-Rate der Welt auf (5,7 Mio. Menschen sind HIV-possitiv). Nach sieben Wochen haben wir uns erstmals alleine zu Fuss in die Townships (die armen Schwarzenviertel) gewagt. Entstanden sind unglaublich ergreifende Fotos, hängen geblieben sind tiefe Eindrücke. Solche Bilder tun gut, sie relativieren vieles und zeigen schonungslos auf, dass im Vergleich zu diesen Leuten unsere Probleme gar keine Probleme sind. In den Townships geht es tagtäglich ums nackte Überleben.

Und so sind unsere Tage in Südafrika bald gezählt. Mit einem Ausflug in den Blyde River Canyon (die drittgrösste Schlucht der Welt) haben wir noch einmal eine unglaublich bizarre Landschaft erlebt, welche uns mit ihrer Mächtigkeit fast erschlagen hat; ein wahrlich gigantisches Schlussfeuerwerk. Zum Abschluss werden wir uns nächste Woche noch auf die Pirsch im Kruger Nationalpark machen. Wir wollen doch sehen, ob sich die Big 5 nicht noch einmal vor unserer Kamera blicken lassen.

Nachher heisst es definitiv Abschied zu nehmen vom schwarzen Kontinent...

...Südafrika war grossartig
...Südafrika war vielseitig
...Südafrika war anders
...Südafrika war speziell
...Südafrika war eine Herausforderung

Wir werden dieses Land immer in unseren Herzen mittragen.

zwei Traveller geniessen den bombastischen Sonnenuntergang

der Golden Gate Nationalpark - eine Stunde nach Sonnenuntergang

Kommentar überflüssig

harte Bedingungen in den Townships...

...vorallem, wenn man bei dieser Kälte so hausen muss

diese Kinder wachsen garantiert ohne Play Station auf

die drei Rondavels im Blyde River Canyon





frei wie ein Vogel...

...und einfach so richtig "zfride"

Dienstag, 5. Juli 2011

Südafrika - wine and more

Nun, wir sind noch ein paar Tage in Cape Town hängen geblieben, es ist wirklich eine beeindruckende und interessante Metropole. Man spürt die südafrikanische Geschichte förmlich, wenn man gemütlich durch die Strassen Kapstadts schlendert. Ein Quartier hat uns besonders begeistert, das Bo-Kaap. In dieser Gegend lebt ein Grossteil der islamischen Gemeinde, welche seit über hundert Jahren am Kap zu Hause ist. Die Stimmung ist friedlich und relaxed, die Häuser sind allesamt in verschiedenste Farben getüncht und zwischendurch hört man die Gebetsrufe des Muezzin, das alles ist igendwie noch ganz speziell fuer diese Gegend.

Weiter sind wir anschliessend in die Winelands gezogen. Obwohl gerade im Winter das Wetter in dieser Region eher schlecht ist , hatten wir metreologisch doch ziemlich grosses Glück. So sind wir kreuz und quer durch die Rebstauden gefahren. Wir liessen uns in einer wunderschönen Winefarm nieder, um einen gemütlichen Nachmittag zu verbringen. Die Aussicht war grossartig, der Wein köstlich und das "Plättli" so ganz nach unserem Gusto – Mensch, lass es dir gut gehen! Und dann hiess es leider Abschied nehmen von der wunderbaren Gegend am Kap der guten Hoffnung. Vor uns standen ein paar längere Fahrten in allgemeiner Richtung Johannesburg. Auf den Strassen hatten wir (wie so oft auf dieser Reise) ein paar ganz reizvolle und eindrückliche Bilder erhascht. Hunderte von schwarzen vollbepackten Menschen laufen am Strassenrand entlang, weil sie kein Fahrzeug haben und das Minitaxi zu teuer ist. So oft fragen wir uns, wohin deren Weg wohl führen mag, es ist weit und breit kein Haus in Sichtweite. Oder dann plötzlich "voll auf die Klötze", wenn einem mehrere hundert Schafe entgegen kommen. Und wenn man so durch die endlose Weite der Karoo Halbwüste fährt, wo uns vor lauter Begeisterung für die grandiosen Felsformationen der Mund offen stehen bleibt und Sonne und Regen im Duett einen gigantischen Regenbogen hervorzaubern...ja, in diesen Momenten wissen wir jeweils, für was wir zu Hause gearbeitet haben.


Einen Zwischenhalt auf dem Weg Richtung Norden haben wir in Oudtshoorn gemacht. Erstens, weil die Fahrt über den Swartbergpass zu den Highlights in dieser Region zählt und zweitens, weil diese Stadt die Straussenhauptstadt der Welt ist. An jeder Ecke findet man eine Straussenfarm, in den Restaurants wird fast ausschliesslich Strauss serviert, an den Strassenkreuzungen verkaufen Frauen farbige Straussenfedern und in den Boutiquen wird edelstes Straussenleder an den Mann/an die Frau gebracht. Wenn wir nächstes Mal im Coop Straussenfleisch kaufen, wissen wir dann, woher es kommt.


Und so vergeht die Zeit und immer noch erleben wir jeden Tag irgend etwas Spezielles oder Aussergewöhnliches. Es ist schon ein riesengosses Privileg, einfach so durch die Welt zu ziehen und das zu machen, was man will (oder eben, das nicht zu machen, was man nicht will). Unsere Pläne für die zweite Reise haben sich konkretisiert, gestern haben wir unser Flugticket definitv gebucht. Aber vorerst zeigt der Wegweiser Richtung Schweiz - immer schön  der Heimat entgegen.

farbenfrohe Gebäude im muslimischen Quartier Bo-Kaap

in diesem gemütlichen Weingut haben wir uns ein wenig "verwiilet"

und immer wieder begleitet uns ein Regenbogen auf unseren Zügen

typisch afrikanisches Treiben auf der Strasse

und das hier landet später mal auf unserem Teller oder endet als Handtasche

geschafft - unser "Chäri" hat uns gut über den Swartbergpass gebracht

ideale Kulisse für ein Wild West Film

die Richtung wissen wir, machen wir uns also langsam auf den Heimweg

Samstag, 25. Juni 2011

Südafrika - am Kap

Wir haben noch ein paar wunderbare und erholsame Tage im Surfmekka Jeffreys Bay erlebt und zählen nun auch schon ein bisschen zu den Insidern. So wissen wir jetzt, was supertubes sind oder was ein Surfer mit einem lefthand-break oder einer righthand wave meint. Diese Typen sind ziemlich cool, betreiben ihren Sport aber topseriös, eine sehr spezielle und zugleich faszinierende Welt.

Weiter ging die Fahrt alles schön der Südküste nach, bis wir kurz nach Jeffreys Bay die Bloukraans Brücke überquert haben und in der Provinz Western Cape angekommen sind. Diese Brücke ist die höchste in ganz Afrika, aber dies allein ist nicht der eigentliche Grund, wieso sie weltberühmt ist. Vom Brückengeländer stürzen sich die Waghalsigen in die Tiefe und erleben dabei wohl einen ganz ordentlichen Adrenalinkick. Mit 216 Meter ist dies gemäss Guiness Book of Records der  höchste Bunggee-Absprung der Welt. Leider waren wir etwas in Eile, sonst wären wir natürlich auch runtergesprungen:-).

Und als wir noch weiter in den Süden runter gefahren sind, erreichten wir auf einmal einen ganz mystischen Punkt, das Cape Agulhas. Hier treffen der Indische Ozean und der Atlantik aufeinander. Es ist ein ziemlich verlassener Ort mit stürmischen Winden, rauher See und einem Leuchtturm wie aus dem Bilderbuch. Schon so manchem Seefahrer hat dieses Kap das Leben schwer gemacht - es ist der südlichste Punkt von ganz Afrika. Es war schön, hier etwas zu verweilen und auf die beiden Ozeane hinaus zu schauen. Und wenn einem die starken Windböen so um die Ohren pfiffen, hatte man das seltsame Gefühl, Sir Francis Drake oder Vasco da Gama seien erst gerade noch hier durchgesegelt.

Und so sind wir schliesslich in Cape Town angekommen. Lange haben wir uns auf diese Stadt gefreut und nun waren wir einfach da. Kapstadt strahlt einen ganz speziellen Charme aus. Hier wurde südafrikanische Geschichte geschrieben, hier gibt es die grösste Ansammlung weisser Menschen, hier sieht man viktorianische Häuser aus der Kolonialzeit, hier wacht der Tafelberg wie eine grosse Festung über die Stadt, hier gibt es fein herausgeputzte Hotels und Restaurants - jetzt können wir nur allzu gut verstehen, wieso schon so manch einer Cape Town zu seiner Lieblingsstadt erklärt hat. Dies alles täuscht aber leider nicht darüber hinweg, dass wir uns immer noch in Südafrika befinden und man nach Einbruch der Dunkelheit aus Sicherheitsgründen besser nicht zu Fuss unterwegs sein sollte. Ein interessanter Ort haben wir im Waterfront Quartier entdeckt. Eine äusserst gut gelungene Plastik zeigt die vier Friedensnobelpreisträger von Südafrika (Albert Luthuli, Erzbischof Desmond Tutu, Nelson Mandela und Frederik Willem de Klerk). Alle vier waren sie grosse Aktivisten im Kampf gegen die Apartheid und sehr schnell wird einem wieder mal bewusst, welch unschöne und traurige Zeit dieses Land eigentlich hinter sich hat. Die jüngere Vergangenheit ist dann glücklicherweise um einiges erfreulicher, denn auch in Kapstadt wurde an der WM Fussball gespielt. Das Green Point Stadium gleicht einem architektonischen Meisterwerk, einfach fazinierend, was hier aus dem Boden gestampft wurde. Ein ganz besonderes Erlebenis war natürlich auch ein Ausflug ans Cape of Good Hope. Dieser Felsen inmitten einer wilden Bradung wird schon seit mehreren hundert Jahren von Seefahren umschifft und diese Landzunge mit ihren Tücken stellt bis heute höchste Anforderungen an jeden Captain und seine Matrosen.

Das Kap der Guten Hoffnung war ein sehr guter Ort, um uns etwas inspirieren zu lassen, wie unsere zweite Reise aussehen soll. Daraus sind ziemlich konkrete Pläne entstanden, Flüge wurden bereits vorreserviert, einzelne Reiseführer sind schon gekauft, es wird spannend. Wenn ihr wissen wollt, wie und wohin es nach unserem CH-Zwischenstopp weitergeht - alles demnächst in diesem Blog!

perfekte "Pistenverhältnisse" für Surfer

wer sich hier runterstürzt, kann wirklich nur hoffen, dass das Seil hält

am südlichsten Punkt Afrikas thront einsam ein stolzer Leuchtturm

Prominentenrunde - die vier südafrikanischen Friedensnobelpreisträger


grossartige Architektur - das Green Point Stadium in Cape Town

das Kap der guten Hoffnung könnte wohl viele Seefahrer-Geschichten erzählen

und auch Jack Daniels waren dort:-)

Montag, 13. Juni 2011

Südafrika - Facetten

Inzwischen sind wir der Südspitze Afrikas schon ein schönes Stück näher und haben bis anhin ein extrem vielseitiges Südafrika kennengelernt.

So hat uns Durban, die drittgrösste Stadt Südafrikas in ihren Bann gezogen. Nebst der ungezwungenen Atmosphäre und den angenehmen Temperaturen (wir haben hier schliesslich Winter) ist Durban für uns Schweizer ja schon fast ein heiliger Ort. Hier hat die Nati an der Fussball-WM 2010 als einziges Team den späteren Weltmeister Spanien besiegt. Klar für uns, dass ein Besuch im Moses Mabhida Stadium nicht fehlen durfte.

Anschliessend führte uns der Weg weiter auf das Dach Südafrikas, genauer gesagt in die zerklüfteten Tafelberge der Drakensberg Range. Am Fusse des Sani Pass' hatten wir eine ganz gemütliche Bleibe gefunden und einmal mehr äusserst interessante Menschen mit ihren Geschichten kennenglernt. Da war zum Beispiel der belgische Extremsportler, welche sich vom Comrades Marathon (86 Kilometer bergauf) erholte, oder der Deutsche Jörg, welcher seit mehr als 2 Jahren mit dem Velo kreuz und quer durch Afrika radelt, oder schliesslich die beiden israelischen Teenager, welche seit rund sechs Monaten mit Zelt und Autostopp in Afrika unterwegs sind. Chapeau all diesen Leuten, da gilt unsere Weltreise schon fast als ganz normal. Natürlich "kragzelten" wir in diesen wunderschönen Bergen verschiedene Wanderpfade ab und haben uns dabei pudelwohl gefühlt. Ein Highlight war die Fahrt hinauf auf den Sani Pass und über die Grenze weiter hinein ins Königsreich Lesotho. Die Aussicht war atemberaubend, die Strasse allerdings der absolute Wahnsinn, unglaublich enge und nicht enden wollende Serpentinen mit einer Steigung von bis zu 30%! Ach ja, und das alles auf einer total ausgewaschenen Piste - na, dann Prost! Apropos, dafür gönnten wir uns einen Drink auf 3'000 M.ü.M. im höchstgelegenen Pub Afrikas.

Nach den Bergen gings wieder hinunter an die Küste, an die WILDE Küste. Die faszinierend schöne Wild Coast trägt einen treffenden Namen. Mit ihren Klippen, die sich ins Meer stürzen, entlegenen Sandstränden, ländlichen Dörfern und einer Vergangenheit, die von Schiffbruch und gestrandeten Seeleuten erzählt, ist sie ein ziemlich abenteuerlicher Ort. Ein angenehmes Häuschen mit Meerblick und dem Geräusch der Brandung bot uns eine schöne Unterkunft inmitten einer sagenhaften Kulisse. Und am Abend in der Bar waren wir einmal mehr die mit Abstand am ältesten. Wir logieren hier in Südafrika (schon aus Kostengründen, aber nicht nur) fast ausschliesslich im Backpacker (eine moderne Art von Jugendherberge, oder so ähnlich). So können wir einerseits selber kochen und kommen dadurch auch immer wieder mit Jugendlichen aus der ganzen Welt, welche vom Alter her unsere Kinder sein könnten in Kontakt.

Jetzt gerade sind wir in Jeffreys Bay und schauen den Surfern zu. Diese Beach zählt zu den weltbesten Orten zum Surfen. Komisch, wir finden, dass das Internet hier überhaupt nicht schneller ist als sonstwo (kleiner Witz:-).

Kapstadt naht - wir sind auf Kurs!

an dieser Stätte haben die Schweizer die Spanier "verruumet"

und ein Ersatzspieler wartet bis heute auf seinen Einsatz

unser Häuschen in den Drakensbergen war "heimelig" und hatte zum Glück eine Heizung

dieser Landrover brachte uns souverän auf den Sani Pass

Impressionen aus dem Königsreich Lesotho


Dani in bester Gesellschaft im höchstgelegenen Pub Afrikas

eindrückliche Stimmung an der Wild Coast

und wie fast immer auf dieser Reise wird einmal mehr selber gekocht