Unsere grosse Reise

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Switzerland
Jacqueline wurde im vergangenen Jahr 40 Jahre alt und Dani konnte den selben Geburtstag dieses Jahr feiern. Wir beide sind seit 10 Jahren verheiratet und kennen uns seit über 20 Jahren. Für uns liefern bereits schon diese Fakten genug Gründe, um ein neues grosses "Midlife"-Abenteuer in Angriff zu nehmen. Das ganze geschmackvoll angereichert mit unserem chronischen Fernweh ergibt nun im Endergebnis eine Reise, von welcher wir noch nicht genau wissen, wohin sie uns im Detail führt, wie lange sie dauert und was genau auf uns zukommen wird. Mit diesem Blog möchten wir euch ein bisschen Anteil an unserem Trip haben lassen und euch aus unserer Optik berichten, was wir in der grossen weiten Welt erleben und was gerade so abläuft. Wir danken euch schon heute für eurer Interesse und wünschen euch viel Spass im Seitenwagen von Jack Daniels.
"Der Gewinn eines langen Aufenthaltes ausserhalb unseres Landes liegt vielleicht weniger in dem, was wir über fremde Länder erfahren, sondern in dem, was wir dabei über uns selbst lernen."

Roger Peyrefitte (*1907), frz. Schriftsteller und Politiker

Freitag, 6. April 2012

Bali -THIS IS IT!

So, es ist soweit, das letzte Mal sitzen wir am Computer und überlegen, welche News wir nach Helvetien übermitteln möchten. Und siehe da, auch ganz am Schluss unserer Reise wissen wir noch immer etwas zu berichten.

Ein wunderbares und kleines Resort versüsst uns die letzten zwei Wochen auf unserer Tour. Machen tun wir eigentlich nicht mehr so viel und mehr und mehr fokussieren sich unsere Gedanken auf die Rückkehr. So haben wir langsam aber sicher auch etwas genug von Nasi Groeng, Gado Gado, Frühlingsrollen, Reis und gebratenen Nudeln. Dies hat uns veranlasst, hier selber etwas zu kochen. Aufgrund fehlender Infrastruktur war vorallem kalte Küche angesagt. Bei diesen tropischen Temperaturen ist dies aber alleweil willkommen. Natürlich steht auch ein täglicher Strandspaziergang von drei Stunden auf dem Programm. Wahnsinnig, diese Wellen hier. Sie stellen sogar das Surferparadies Jeffreys Bay in Südafrika in den Schatten. Es ist eine Wucht, wenn diese Gewalten kurz vor dem Ufer mit einem tosenden Zischen auseinanderbrechen. Wir finden hier noch einmal eine wunderbare Umgebung, um die vergangenen Monate revuepassieren zu lassen - es war halt schon der absolute Hammer.

Am Montag fliegen wir (einmal mehr) nach Bangkok und bleiben dort noch fünf Tage. Schliesslich wollen wir noch etwas auf Souvenirtour gehen und uns den grossartigen Thaifood ein letztes Mal auf der Zunge zergehen lassen. Heute in einer Woche bringt uns die SWISS wieder Richtung Europa, Richtung Schweiz, Richtung Berge, Richtung Entlebuch. Obwohl es noch so viel zu erzählen gäbe, ist es nun an der Zeit, das Buch an dieser Stelle zu schliessen.

Wir haben 16 Länder bereist und waren knapp 19 Monate unterwegs. Wir haben 5 Kontinente besucht und unzählige Meilen im Wasser, auf Land und in der Luft zurückgelegt. Wir haben 53 Einträge im Blog geschrieben. Unsere Seite verzeichnet bis heute 9'383 Besuche und ihr habt uns 51 mal ins Gästebuch geschrieben. Für all das danken wir euch ganz herzlich. Es gab uns immer das Gefühl, auf der grossen weiten Welt nie ganz vergessen zu sein.

So kehren wir mit vielen Erfahrungen, zahlreichen Geschichten und reich an Lebensfreude in die Schweiz zurück. Wir sind so etwas von dankbar, dass wir in diesem Land leben dürfen. Es ist ein Platz, wo jeder als Mensch selber Verantwortung übernehmen kann, sein Schicksal zum grossen Teil mitbestimmt und wo Träume nicht bloss nur Luftschlösser sind. Einzige Bedingung - man muss es einfach tun!


in der "Küche" geht es hoch her

et voilà - gemischter Salat mit Avocado und Ei

diese mächtigen Wellen sind ein Paradies für Surfer

...wären ein Paradies für Surfer

wann sehen wir wohl das nächste Mal Muscheln im Sand?

BYE BYE - see you soon in Switzerland!

in dieser Inschrift auf Neukaledonien lebt unsere Reise weiter



f i l e    c l o s e d

Freitag, 23. März 2012

Bali - Götter und Dämone

In Bangkok sind wir ins Flugzeug gestiegen, viereinhalb Stunden geflogen, haben dabei den Äquator überschritten und sind schliesslich in einer ganz anderen Welt gelandet. Die letzte Destination auf unserer grossen Reise heisst Bali, die kleine Insel der Götter und Dämonen im indonesischen Archipel.

Da wir gegen den Schluss hin nicht mehr so den Drang verspüren, gross herumzureisen, haben wir uns gleich mal zehn Tage im Künstlerort Ubud einquartiert - wahrhaftig wieder mal ein ganz spezieller Platz. Die Strassen von Ubud sind von wunderschönen Restaurants, Cafés und Kunstgallerien gesäumt, die Stimmung ist äusserst relaxed, das Tempo ganz langsam - hier kann man es sich sehr gut gehen lassen. Wenn man den Ort auf die eine oder andere Seite verlässt, steht man schon nach kurzer Zeit inmitten sattgrüner Reisterassen. Die Intensität der Farben ist eine Symphonie für die Augen. Hie und da trifft man einen zufriedenen Reisbauer, mal ziert ein gemütliches Restaurant den Weg oder irgendwo sieht man einen Künstler, welcher sich von der Szenerie inspirieren lässt. Die Welt hier scheint so friedlich zu sein, Stress, Hektik, Konflikte, Missgunst etc. sind so fern - wir geniessen es noch einmal sehr. Glücklicherweise haben wir mit unserer Unterkunft ebenfalls ins Schwarze getroffen. Wir leben im Guesthouse einer typisch balinesischen Familie. An der Philisophie dieses Hauses ("...du kommst als ein Gast und gehst als ein Familienmitglied...") scheint etwas Wahres zu sein, wir fühlen uns bei diesen herzlichen Leuten sehr gut aufgehoben.

Ein ganz spezielles Fest, welches gerade jetzt auf Bali stattfindet, möchten wir euch nicht vorenthalten. In den Tagen vor Nyepi bringen wunderschön gekleidete Frauen grosse Kelche mit Opfergaben zu den Tempeln und am Vorabend steigt dann eine grosse Prozession. Junge Leute tragen die in monatelanger Arbeit gefertigten Monster durch die Strassen, machen einen Riesenkrach und vertreiben so die Geister von der Insel. Gut, werdet ihr euch sagen, das alleine ist ja noch nicht so ein Riesending, wir haben bei uns mit der Fasnacht ja etwas ähnliches. Stimmt! Was dann aber am Nyepi Tag selber passiert, ist wohl einzigartig. Alle Leute (inklusive Touristen) müssen in ihren Häusern bleiben, es darf niemand auf die Strasse gehen. Es darf weder gesprochen noch darf am Abend das Licht angezündet werden. Alles ist geschlossen, wirklich alles - sogar der internationale Flughafen. In und auf den Strassen ist keine Menschenseele anzutreffen (hat man uns gesagt). Wir konnten es nicht mit eigenen Augen kontrollieren, die Eingangstür unserer Unterkunft war fest verschlossen. Und wieso machen die Balinesen das? Falls die am Vorabend vertriebenen Geister noch einmal zurückkehren, sollen sie meinen, dass keine Menschenseele mehr auf der Insel sei und sie daher weiterziehen müssen. Andere Länder - andere Bräuche!

Apropos weiterziehen. In unerem Blog werden schon bald die letzten Zeilen geschrieben sein, wir zählen nicht mehr die Monate, nicht mehr die Wochen sondern die Tage, wir haben die Zielgerade erreicht, die baldige Heimkehr steht bevor. Klar sind die Gefühle etwas gemischt. Wir freuen uns auf Familie und Freunde, auf die Vorzüge der Schweiz und auf Bratwurst mit Rösti. Auf der anderen Seite sind wir aber auch etwas "gwunderig", wohin uns der weitere Weg führen wird. Wir beide sind offen für vieles, haben einen vollen Benzintank und einen grossen Koffer voller Motivation. Gerne zittieren wir an dieser Stelle noch einmal unseren südafrikanischen Reisekollegen Jonathan:

"Let's see what life brings!"


schön, dass wir den trolligen Ganesha hier in Bali noch einmal antreffen

die Unterkunft inmitten üppiger Landschaft ist ein Traum

im Reisfeld hat es allerhand Kreaturen...

...und sogar etwas ähnliches wie ein Osterhase...

die Vorbereitungen für Nyepi laufen auf Hochtouren

furchteinflössende Figuren säumen das Strassenbild

wo führt der Weg nach unserem Abenteuer wohl hin?

Samstag, 17. März 2012

Kambodscha - die andere Seite

Nach den vielen Tempeln kam ein kurzer Strandurlaub im Süden von Kambodscha gar nicht so ungelegen. In Sihanoukville vertrieben wir unsere Zeit mit ausgiebigen Strandspaziergängen. Leider war die Hitze fast unerträglich und die Sonne sehr aggressiv. Die Folge davon war, dass diese Umstände bei Jacqueline zu einem heftigen Sonnenstich führten, welcher am Schluss sogar mit Bewustlosigkeit endete. Es brauchte ein paar Tage, bis sich der Kreislauf von ihr wieder normalisiert hatte, jetzt ist aber (bis auf die heftigen Fieberblasen) alles wieder im grünen Bereich. Gott sei Dank!

Wenn wir im letzten Bericht über Beat Richner geschrieben haben, wie viele Menschenleben er schon gerettet hat, kommt man nicht darum herum, auch die unschöne Vergangenheit von Kambodscha zu erwähnen.

In den Jahren 1975 -79 fand hier ein Massaker statt, welches bis heute immer wieder mit den Greueltaten der Nazis im 2. Weltkrieg verglichen wird. Der Grund dafür war, dass die Khmer Rouge (Rote Khmer) unter der diktatorischen Führung von Pol Pot in Kambodscha die Gesellschaft mit Gewalt in einen Agrarkommunismus überführen wollten. Dieser Prozess umfasste unter anderem die fast vollständige Vertreibung der Bevölkerung der Hauptstadt Phnom Penh aufs Land und mündete in einem Massenmord an der Bevölkerung, der weltweite Bekanntheit erlangte. Pol Pot war der festen Überzeugung, dass die Ursachen für die Armut Kambodschas im Unterschied von Stadt und Land zu suchen seien. So wollte er das Bauerntum stärken und alles Städtische zerstören. Bücher wurden verbrannt,  Lehrer, Händler, Ärzte und beinahe die gesamte intellektuelle Elite des Landes wurde ermordet. Industrie- und Dienstleistungsbetriebe, Banken, Krankenhäuser und Schulen wurden geschlossen. Bis zum Ende ihrer Herrschaft fielen den Khmer Rouge nach den verbreitetsten Schätzungen etwa 1,7 bis 2,2 Millionen Kambodschaner zum Opfer.

Wir hatten in Phnom Penh die Möglichkeit, das Deportationslager S-21 zu besuchen. In den Jahren 1975 bis 1979 waren zwischen 14'000 bis 20'000 Menschen aus allen Teilen Kambodschas dort inhaftiert, unter anderem auch solche Mitglieder der Khmer Rouge, die in den Augen der Führung als Verräter galten. Ungefähr 1'720 Personen waren für das Folterzentrum tätig. Es ist niemandem je gelungen, aus diesem Gefängnis zu flüchten und am Schluss haben nur sieben Personen überlebt. Einer von ihnen haben wir am Ausgang getroffen, was für eine eindrückliche Begegnung.

Mit all diesen Impressionen von einem Land, welches irgendwie noch weit hinterherhinkt, in dem aber trotzdem eine gewisse Aufbruchstimmung spürbar ist, sind wir ins Flugzeug gestiegen und haben unsere letzte Etappe in Angriff genommen.

vor unserer allerletzen Busfahrt - die Rucksäcke stehen bereit

Postkartenidylle in Sihanoukville

hier war die Welt für Jacqueline noch in Ordnung

Hochbau à la Kambodscha

Zelle im Deportationsgefängnis S-21

er hat das Massaker überlebt und wüsste wohl viel zu erzählen

dieses Massaker hier kann man hingegen wohl vertreten

Dienstag, 6. März 2012

Kambodscha - Eindrücke und Eindrückliches

Kambodscha - war da nicht irgendetwas mit einem Kinderarzt aus der Schweiz, und ist das nicht das Land mit dem 8. Weltwunder? Ja richtig, und genau darüber wollen wir heute berichten.

Völlig unverhofft sind wir in Siem Reap plötzlich an einem schönen Gebäude vorbei gekommen. Beim Eingang entdecken wir ein grosses und bunt illustriertes Plakat: Heute Konzert mit Dr. Beat Richner zu Gunsten der Kantha Bopha Kinderspitäler. Erst jetzt sehen wir, dass es sich bei diesem Bauwerk um das fünfte (und somit jüngste) Kinderspital handelt, welche der Schweizer des Jahres 2002 in Kambodscha aufgebaut hat. Natürlich lassen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen, und besuchen den Anlass. Beat Richner (oder Beatocello, wie er sich und sein Cello nennt) spielt wunderbare Musik von Bach. Dieser Abend ist aber weniger der Kultur gewidmet, als vielmehr den ausführlichen Informationen über sein Schaffen in Kambodscha. Um es gleich vorweg zu nehmen, wir können seine Leistungen hier gar nicht genug würdigen, sein Einsatz grenzt ans Übermenschliche. An diesem Abend waren wir unglaublich stolz, einen solchen Landsmann zu haben. Dr. Beat Richner setzt sich seit 20 Jahren in Kambodscha für kranke Kinder ein. In dieser Zeit hat er fünf Kinderspitäler ins Leben gerufen. Wir haben die Schlangen vor dem Spitaleingang gesehen. Eltern und Kinder, welche bei unglaublicher Hitze auf einer farbigen Bambussmatte ausharren, in erwartungsvoller Haltung, dass ihnen Dr. Switzerland, wie Beat Richner hier liebevoll genannt wird, helfen möge. Und wie er und seine Crew ihnen helfen. Die Behandlung ist für alle Kinder, und sie ist für alle gratis. Die Leute könnten sich hier ja gar keinen Kinderarzt leisten. Jeden Tag kommen 3'000 kranke Kinder in die fünf Spitäler. Etwa 300 werden hospitalisiert. Vier von fünf Kinder würden sonst sterben. Man kann es ganz einfach auf den Punkt bringen. Ohne Beat Richner würden in Kambodscha jeden Tag 250 Kinder sterben!

Irgendwie tönt das also alles nach Happy End, wäre da nicht die anhaltende Sorge, wie das Geld für diese Institutionen jedes Jahr zusammen kommt. 90% der Gelder sind aus privater Hand, nur 10% von Regierungen. Viele Staaten spenden kein Geld, weil die Patienten nichts für die Behandlung bezahlen. Wie sollten sie denn,  mit einem Durchschnittseinkommen von 0.50 US$/Tag? Es braucht eine dicke Haut, man hat das Gefühl, dass Richner manchmal gegen Windmühlen kämpft. Und doch scheint es ihm immer wieder zu gelingen, das Budget von 36 Mio. Franken irgendwie zusammenzubringen. Es ist ein unglaublicher Kraftakt, seine Gesichtszüge sind gezeichnet von all den Jahren. Uns hat dieser Mensch tief beeindruckt, wir ziehen den Hut vor ihm, er verdient unseren allergrössten Respekt. Wir wollen an dieser Stelle keine Werbung für karitative Einrichtungen machen. Falls aber irgend jemand mal eine gute Sache leisten will und ein "förigs Zwänzger- oder Füfzgernötli" hat, soll er es doch an die Kantha Bopha-Kinderspitäler geben (Details hier). Bei Beat Richner fliessen die Spenden nicht wie bei anderen Hilfswerken in eine teure Administration. Das Geld kommt sofort und vollumfänglich Millionen von Kindern in Kambodscha zugute, das können wir euch versprechen, wir haben es mit eigenen Augen gesehen.

Eine ganz andere Sache war der Besuch bei den Tempeln von Angkor. Während drei Tagen sind wir mit (eher schlechten als rechten) Fahrrädern kreuz und quer durch das grösste (und wohl eindrücklichste) religiöse Bauwerk der Welt geradelt. Hier erlebten wir eine perfekte Verschmelzung aus kreativem Ehrgeiz und spiritueller Hingabe. Es ist sagenhaft, welch grossartige Bauwerke sich uns offenbarten. Mal waren es pompöse Prachtsbauten mit einem unglaublichen Ausmass, dann wieder tief im Dschungel versteckte Tempel. Angkor hat die Dimensionen der Chinesischen Mauer, faszinierende Details wie beim Taj Mahal und eine Symbolik und Symetrie wie die Piramiden in Ägypten. Wir bezeichnen uns ja wirklich nicht unbedingt als prähistorische Kulturfreaks, aber bei Angkor hat es uns voll den Ärmel reingezogen. Die Auswahl der Fotos fiel uns schwer, wir hätten noch viele gehabt. Wer mehr davon sehen möchte, ab Mitte April sind wir wieder im Lande:-)


jeden Morgen versammeln sich neue Patienten vor dem Spitaleingang...

...und warten auf Matten, bis sie an der Reihe sind

der unermüdliche Beatocello ist in seinen Konzerten auf Spendersuche

nicht nur Geld ist wichtig, Blut wird ebeso dringend benötigt
Prachtsbauten aus frühester Vergangenheit

unsere Lieblings-Souvenirverkäuferin

und hier wurde unter anderem Tomb Raider gedreht

solche Gesichter sind überall zu finden...

...diese jedoch nur an ganz bestimmten Orten

das 8. Weltwunder - der Angkor Wat

Montag, 27. Februar 2012

Laos - Land und Leute

Für einmal verzichten wir in diesem Beitrag auf grosse Worte und zeigen euch stattdessen lieber ein paar schöne Fotos von verschiedenen Leuten. Alle haben sie uns den Aufenthalt mit ihrem Lächeln versüsst. Nicht zuletzt auch dank ihnen war unsere Tour durch Laos ein Volltreffer - es ist hier wirklich toll, wunderschön und unbedingt eine Reise wert.

diese Frau macht definitiv die besten gefüllten Baguettes auf der ganzen Welt

wie fast überall in Laos sind die Leute eher scheu und zurückhaltend

diese Girls kommen gerade von der Schule und sind auf dem Weg nach Hause

draussen in den Pampas sind weisse Menschen natürlich eine Attraktion

die Salatsezlinge sind im Boden, der grosse Regen kann kommen

typisches Bild auf einer Reise durch Laos

und diese beiden kennt ihr ja inzwischen

zum Schluss noch ein eindrücklicher Sonnenuntergang

Sonntag, 19. Februar 2012

Laos - am Mekong

Unsere Reise durch Nordthailand haben wir in den Hügeln um Mae Salong ausklingen lassen. In diesem kleinen Dörfchen hat man das Gefühl, sich vielmehr in einer südchinesischen Provinz zu befinden als in Thailand. Die Leute kommen zu einem grossen Teil aus China, es gibt mehr chinesische Restaurants als thailändische und getrunken wird Grün- und Jasmintee. Die Gangart ist ruhig, ja sehr ruhig, die Luft klar und erfrischend, dort oben kann man die Zeit etwas ruhen lassen. Bei einem Trekking durch die üppigen Teeplantagen schwälgten wir etwas in Erinnerung an die wunderschönen Teeanbaugebiete von Malaysia und Indien.

Bevor wir definiv den Mekong überquerten, stand noch ein Ausflug zum Goldenen Dreieck auf unserem Programm. An diesem geschichtsträchtigen Ort fliesst der Fluss Ruak in den Mekong und bildet somit die politische Grenze zwischen Thailand, Myanmar (Burma) und Laos. In der Vergangenheit war diese Region weltweit eine der wichtigsten Umschlagsplätze für den im Hinterland angebauten Schlafmohn, jene Pflanze, aus welcher Opium hergestellt wird. Zum Abschluss haben wir uns aber lieber ein Singha Bier als eine Opiumpfeife gegönnt. Mit dem kühlen Getränk und dem Blick hinüber auf die andere Flussseite nach Laos kam bei uns etwas Wehmut auf, es hiess Abschied zu nehmen von Thailand - der Norden ist alleweil mal wieder eine Reise wert.

Am anderen Morgen reisten wir wie VIP's in Laos ein. Es gibt in der westlichen Welt genau zwei Staaten, welche für dieses südostasiatische Land kein Visum brauchen. Das sind Luxemburg und......richtig, die Schweiz. Wir haben bis heute nicht herausgefunden, wieso das so ist. So mussten wir nicht am Visa-Schalter bei der langen Kolone anstehen und konnten vor der Bootsabfahrt noch gemütlich "zmörgele". Vor uns lag eine zweitägige Flussfahrt auf dem Mekong, unser Ziel war Luang Prabang, die von der UNESCO geschütze ehemalige Königsstadt. Der Trip war äusserst gemütlich, ja manchmal sogar schon fast meditativ. Ganz langsam tuckerte das Langboot den Fluss hinunter, am Ufer bot sich uns eine friedvolle Szenerie mit winkenden Leuten, spielenden Kindern, eiferigen Fischern und betenden Mönchen. Am Mekong scheint die Welt noch ziemlich in Ordnung zu sein, uns hat es jedenfalls den Anschein gemacht. Kurz vor Sonnenuntergang fuhren wir schliesslich in das schon so lange erwartete Luang Prabang ein. Die Stimmung vom Mekong schien sich in diesem verträumten Ort fortzusetzen. Alles läuft etwas langsamer, Hektik gibt es keine, man kann einfach in den Tag hineinleben. Das haben wir dann auch genau so gemacht, haben die unzähligen Tempel bestaunt, haben bei einem Kaffee den vorbeiziehenden Mönchen zugeschaut oder uns in den verschlafenen Strassen etwas von der französichen Kolonialarchitektur verzaubern lassen. Nach sechs Tagen Schleichtempo geht es morgen dann weiter Richtung Süden.

Laos ist ein ganz spezielles Land. Es ist so anders wie alles, was wir bis jetzt bereist haben, wir können es noch nicht so genau in Worte fassen - eigentlich ein gutes Zeichen, nicht?


Teeplantagen in der Umgebung von Mae Salong

ein historischer Ort - das Goldene Dreieck

das letzte Singha Bier auf thailändischem Boden

die Fahrt auf dem Mekong gestattete uns einen tiefen Einblick in das Leben der Laoten

und an Bord scheint auch alles klar zu sein

die zukünftigen Fischer vom Mekong

nach 300 Kilometer endete die Fahrt mit diesem Sonnenuntergang

überall ziehen Mönche durch die ruhigen Strassen von Luang Prabang...

oder helfen gerade mit bei der Tempelrenovation

auch in Laos haben die Franzosen etwas Kolonialarchitektur hinterlassen

Donnerstag, 9. Februar 2012

Thailand - (un)bekannte Gesichter

Um es gleich vorweg zu nehmen, im Koffer hatten zwei deutsche Heftlis, zwei grosse Schokoladen und ein riesiges Stück Appenzellerkäse Platz. Wir fühlten uns wie im siebten Himmel, als wir die leckeren Sachen verspeisten. Es war für uns ohnehin ein ganz besonderes Erlebnis, als wir von unseren (Schwieger)Eltern und Josef (der Cousin von Röbi) in Chiang Mai völlig unerwartet vom Bahnhof abgeholt wurden - irgendwie eine Rückkehr nach Hause oder so ähnlich.

Unser Programm in der Nordthailändischen Provinzstadt sah dann auch etwas anders aus, wie es vielleicht für einen normalen Toursiten aussehen würde. Josef, welcher schon vor Jahren seine Zelte in Chiang Mai aufgeschlagen hatte, erlaubte uns einen grossartigen Einblick in sein Leben. So waren wir bei ihm in seinem Haus zum Fondue (mit originalem Schweizerkäse) eingeladen, er forderte uns beim Minigolf aufs Äusserste heraus und führte uns in das Dorf der Familie seiner Lebensgefährtin Nuan. Als "Einheimischer" zeigte er uns die besten Restaurants und gab uns den einen oder anderen Tip für unsere Weiterreise. Die zehn Tage in Chiang Mai vergingen wie im Flug, dieser Ort hat es uns wirklich angetan. Wir hatten mit Adam einen charismatischen Gastgeber, mit der angenehmen und trockenen Hitze ein hervorragendes Klima und mit all den lauschigen "Beizlis" eine wunderbare Plattform, um mit Röbi und Irène zu plaudern. Schliesslich wollten wir möglichst viel Zeit mit ihnen verbringen, haben sie den weiten Weg nach Thailand ja auch etwas wegen uns in Angriff genommen.

Wie schon oft auf dieser Reise haben wir beim Abschied von Chiang Mai zueinander gesagt, dass auch dies ein Ort sei, wo wir irgendwann mal wieder zurückkehren möchten...also in diesem Sinne - auf Wiedersehen, bis bald!

So verliessen wir diese Stadt und damit auch die uns vertrauten Personen. Mit dem Bus reisten wir weiter Richtung Chiang Rai, ein kleine Stadt nahe dem Goldenen Dreieck. Chiang Rai ist etwas kleiner als Chiang Mai, aber keinesfalls weniger attraktiv als seine grosse Schwester. Dieser Ort ist vorallem wegen dem weissen Tempel bei vielen Reisenden ein Begriff. Aus der Entfernung wirkt der Wat Rong Khun, als bestünde er aus glitzerndem Porzellan. Beim näheren Hinschauen entdeckt man aber, dass der Effekt durch eine Kombination aus weisser Farbe und Spiegelstücken erzielt wird. Der Anblick war mindestens ebenso spektakulär, wie jener des Taj Mahals in Indien, so etwas haben wir nun wirklich noch nie gesehen. Das Gebäude wirkte wie das Schloss einer Schneekönigin und somit hatten auch wir etwas Wintergefühle bei angenehm warmen Temperaturen.

Nun wollten wir natürlich auch noch etwas von der herrlichen Umgebung sehen. Was gab es also besseres, als diese mit einem Roller zu erkunden. Es war das erste Mal, dass wir uns so ein "Töffli" gemietet haben, und wir fühlten uns auf diesem Gefährt von Beginn weg sicher und unglaublich frei. Als wir nach zahlreichen Kurven und einem herrlichen Weg durch den Dschungel schlussendlich noch an einem bezaubernden Wasserfall vorbeigekommen sind, war das Glück perfekt. Obwohl wir hie und da immer wieder etwas Heimweh haben, sind wir gerade in solchen Momenten ziemlich froh, dass die Reise heute und morgen noch nicht gerade zu Ende ist.


schön, wieder mal vertraute Gesichter zu sehen...

...und dann erst noch dieses Essen

das angestrebte "hole in one" wollte Josef vorerst noch nicht gelingen

trotz unheilbarer Krankheit strahlt das Grosi von Nuan eine enorme Kraft aus

und auch Adam, der Guesthouse-Besitzer hat es uns angetan

winterliche Stimmung bei über 30°C beim Wat Rong Khun


eine mal etwas andere Buddhastatue

Balmers als Abenteurer im bergigen Dschungel von Nordthailand...

...und hier als zwei kleine "Hells Angels"