Unsere grosse Reise

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Switzerland
Jacqueline wurde im vergangenen Jahr 40 Jahre alt und Dani konnte den selben Geburtstag dieses Jahr feiern. Wir beide sind seit 10 Jahren verheiratet und kennen uns seit über 20 Jahren. Für uns liefern bereits schon diese Fakten genug Gründe, um ein neues grosses "Midlife"-Abenteuer in Angriff zu nehmen. Das ganze geschmackvoll angereichert mit unserem chronischen Fernweh ergibt nun im Endergebnis eine Reise, von welcher wir noch nicht genau wissen, wohin sie uns im Detail führt, wie lange sie dauert und was genau auf uns zukommen wird. Mit diesem Blog möchten wir euch ein bisschen Anteil an unserem Trip haben lassen und euch aus unserer Optik berichten, was wir in der grossen weiten Welt erleben und was gerade so abläuft. Wir danken euch schon heute für eurer Interesse und wünschen euch viel Spass im Seitenwagen von Jack Daniels.
"Der Gewinn eines langen Aufenthaltes ausserhalb unseres Landes liegt vielleicht weniger in dem, was wir über fremde Länder erfahren, sondern in dem, was wir dabei über uns selbst lernen."

Roger Peyrefitte (*1907), frz. Schriftsteller und Politiker

Sonntag, 30. Oktober 2011

Indien - erste Eindrücke

Wir reisen nach Indien und kennen dieses Land zum Glück schon etwas, dachten wir. Nun, bereits in den ersten Tagen mussten wir uns eingestehen, Indien kann man wohl nie richtig kennen. Das smoggeschwängerte Delhi hat uns voll in seinen Bann gezogen, es verlangt einem alles ab, es ist ein Angriff auf sämtliche Sinne, Indien fordert. Wir erhalten jedoch ein vielfaches zurück. In den schmuddeligen und diffusen Gassen der Altstadt riecht es nach herrlichen Currys, nach Urin, nach inspirierenden Räucherstäbchen, nach verdorbenem Fleisch...Autos, Motorrad- und Fahrradrichkas hupen, hupen, hupen und schlängeln sich tollkün durch die immense Menschenmasse, Leute feilschen, lachen, beobachten, alles ist in Bewegung, eine grosse Hektik, und doch scheint das Ganze irgendwie zu funktionieren. In den Strassengräben und auf Gehsteigen liegen Leute, haben kaum noch Kraft vor lauter Hunger, das Ende scheint ihnen so nah, leben sie überhaupt noch? Ein paar hundert Meter daneben sonnt sich die Upper Class von Delhi bei einem Latte Macchiato, kauft den neusten Laufschuh von Adidas oder leistet sich noch schnell eine Rolex, denn beim aus dem Boden gestampften Formel 1 Rennen am Sonntag will man ja gut aussehen...völlig dekadent! Es braucht eine dicke Haut, um das alles einzuordnen, vergessen denn zu verstehen. Und trotzdem kann man nicht einfach wegschauen, 1/6 der Weltbevölkerung lebt in diesem Land, sie alle gehören ebenso zu unserer Welt, wie die glamouröse und vom Wohlstand geprägte Gesellschaft des Westens.

Delhi hat aber auch noch ein ganz anderes Gesicht. Protzige und eindrückliche Bauten aus vergangener Zeit zieren die breiten Alleen von New Delhi. Grabmäler und riesige Forts zeugen von Überfluss und Macht der Grossmogule und Maharadschas und schliesslich erinnern diverse Museen, Strassen und Gedenkstätten an Indiens wohl berühmtesten Sohn, Mahatma Gandhi.

Alles in allem war der fünftägie Aufenthalt in Indiens Hauptstadt herausfordernd und eine Bereicherung zugleich. Wir glauben, jetzt sind wir so richtig parat, um weitere Eindrücke in uns aufzunehmen. Eigentlich könnte der Werbeslogan von Indian Tourismus treffender nicht sein:

"Incredible India!"

diese ÖV's unterscheiden sich leicht von unseren

..........

die einen haben einen Hund an der Leine, andere wiederum...

an dieser Stätte wurden die sterblichen Überreste von Mahatma Gandhi eingeäschert

Fotoshootings mit einer westlichen Person sind bei den Indern ganz hoch im Kurs

und wohlverstanden, hier handelt es sich um ein Grabmal

gekocht wird in Indien ohne Übertreibung an jeder Ecke



Sonntag, 23. Oktober 2011

Nepal - in eisigen Höhen

Lange haben wir darauf hin gefiebert, die Vorfreude war immens, intensiv war unsere Vorbereitung, doch ungewiss das, was die nächsten zwei Wochen auf uns zukommen würde. Das grosse Unterfangen „Annapurna-Umrundung“ war zum Fassen nah.

Mit der Gruppe, bestehend aus Dänen, Spanier und Australier, sowie einer fünfköpfigen Crew startete unser Unterfangen auf gerade mal 850 M.ü.M, inmitten üppiger Tropenvegetation. Die Luft war feucht, die Temperaturen hoch und vor uns lagen vierzehn Trekkingtage mit rund 5‘000 Höhenmeter. Die Tagesabläufe ähnelten sich und wichen kaum voneinander ab. Nach dem Frühstück wurden die Rucksäcke gepackt, die Wanderschuhe angezogen und los ging’s. Der Pfad führte uns in regelmässigen Abständen durch sehr einfache, doch von grosser Idylle geprägter Dörfer. Die Leute hier haben ein hartes Leben, im Sommer peitscht ihnen der Monsunregen um die Ohren, im Winter kämpfen sie gegen die klirrende Kälte und materiell stehen sie wohl so etwa am Anfang des letzten Jahrhunderts. Sanitäre Anlagen sind Mangelware und gegessen wird nur Reis und Gemüse…den ganzen Tag, jeden Tag! Und doch scheinen sie so zufrieden, man kann es in ihren Augen lesen, man entnimmt es an ihrem herzlichen Lachen, sie haben sich mit dieser Umgebung arrangiert, in Sachen Problemlösung sind sie grosse Vorbilder. Den Treckern bieten sie höchstmöglichen Komfort, was vier dünnen Holzwänden, zwei harten Pritschen, einem gemeinsamen Open-Air Plumpsklo (Tschinggeschiise) sowie einer kalten Dusche entspricht…wohlverstanden für jeweils etwa 30 Personen pro Unterkunft. Unsere Ansprüche wurden auf ein Minimum zurückgestuft und es ging trotzdem. Geschlafen und gegessen haben wir immer sehr gut, was will man eigentlich mehr. Die Landschaft ist enorm vielseitig, sie verändert sich tagtäglich und fast mit jedem Höhenmeter. Nach einer Woche hatten wir inmitten gischender Wasserfälle und Pinienwäldern sogar ein wenig Heimatgefühle. Und über all dieser herrlichen Landschaft thronen die gigantischen Achtausender des Himalaya-Gebirges. Unsere Emotionen sind überwältigend, umso schwerer fällt es uns, diese Eindrücke in Worte zu fassen. Als wäre das alles noch nicht genug, wirkt eine unglaublich spirituelle Kraft auf uns, welche als zusätzlicher Energielieferant dient. Seien es die an jedem Dorfeingang stehenden Gebetsmühlen, die im Winde wehenden Gebetsfahnen, die gesungenen Mantras der Mönche oder der allgegenwärtige Geruch von Räucherstäbchen. Das hier ist wahrlich eine ganz andere Welt.
Mit jedem Höhenmeter wurde aber auch die Luft dünner und dünner, die Schritte langsamer und der Schlaf nicht mehr ganz so tief. Ab 4‘000 M.ü.M mussten wir Ruhetage einbauen, Akklimatisation auf dieser Höhe ist lebenswichtig. Das sieht in etwa so aus, dass man vom Dorf aus über eine Wiese voller Yaks soweit auf einen Berg wandert, bis man die Höhe der nächsten Etappe erreicht hat, kurz ein paar Fotos schiesst und sich wieder auf den Abstieg ins Dorf macht.
Und dann machen wir uns am letzten Tag um 05.00 Uhr schliesslich auf die Socken, um den grossen Aufstieg zum Thorong-La Pass in Angriff zu nehmen. Es stehen die letzten tausend Höhenmeter vor uns, es geht langsam voran, das Herz pumpt mit Hochdruck, der Atem fällt schwer, die Temperaturen sind bitterkalt, die majestätischen Gipfel werden von den ersten Sonnenstrahlen angeschienen, einfach Wahnsinn! Und dann haben wir unser Ziel auf 5‘416 M.ü.M erreicht. Die Gefühle sind umwerfend, der morgendliche Ausblick auf Gletscher, Fels und sattblauen Himmel verschlägt einem gänzlich die Sprache…und wer jetzt glaubt, das wäre es gewesen, irrt sich. Der Abstieg vom Pass führt uns direkt ins sagenumwogene und geheimnisvolle Königsreich Mustang, als Schlussfeuerwerk erhebt sich vor uns der Dhaulagiri; mit seinen 8'167 M.ü.M. ist er der siebthöchste Berg der Welt.
Man soll mit Superlativen immer etwas vorsichtig umgehen, dessen sind wir uns voll bewusst. Wenn wir aber sagen, dass dieser Trek zu den drei schönsten Erlebnissen in unserem ganzen Lebens zählt, übertreiben wir wohl kaum. Zum Glück hatten wir an den Gestaden des Sees im wunderschönen Bergstädtchen Pokhara, und nun auch noch einmal hier in Kathmandu die Gelegenheit, das alles richtig einzuordnen und zu verarbeiten. Es war wirklich eine einmalige Zeit, wir kommen garantiert wieder, unser Fokus richtet sich nun auf Indien.


angefangen hat alles inmitten sattgrüner Reisfelder, ...

...ging weiter durch schmucke Bergdörfer...

...und vorbei an meditativen Gebetsmühlen

tosende Wasserfälle leisteten uns regelmässig Gesellschaft

unsere international zusammegewürfelte Gruppe vor einem Kloster

faszinierender Ausblick auf den Manaslu (8'163 M.ü.M)

auf den Spuren unseres Porters (man beachte seine Schuhe!)

Gebetsfahnen, wohin man schaut...

...und eine besinnliche Morgenstimmung auf dem Lande

die riesigen Yaks sind ziemlich furchteinflössend

Akklimatisieren vor dem grossen Aufstieg ist das A und O

das langersehnte Ziel auf 5'416 M.ü.M ist erreicht

mit einem umwerfenden Blick auf den Dhaulagiri (8'167 M.ü.M)...

...und hinein ins Königsreich Mustang

geschafft, die Annapurna-Kette ist umrundet

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Nepal - der Berg ruft

Ein letztes Fondue auf der Fröscherli-Terasse und schon mussten wir einmal mehr Abschied nehmen von unseren Leuten in der Schweiz. Auch diesmal beschlich uns ein etwas mulmiges Gefühl, den Rucksack zu packen und einfach wieder davon zu ziehen. Zu schön waren die Momente mit unseren Freunden und der Familie, zu imposant waren die traumhaften Herbsttage in den Bergen. Aber Abschied nehmen heisst auch aufzubrechen zu neuen Ufern, ist es vielleicht nicht eines der Geheimisse, welches das Fernweh ausmacht? Bereits schon im Flugzeug Richtung Asien waren solche Gedanken weit verflogen.

Nach einem Zwischenhalt in der Indischen Hauptstadt Delhi flogen wir schnurstracks nach Kathmandu. Auf den ersten Blick scheint alles ein bisschen chaotisch und schmuddelig, Asien eben. Beim genaueren Hinschauen entdecken wir aber ziemlich schnell die Herzlichkeit der Menschen, die energiegeladene Atmosphäre, die wunderbaren Gerüche, die spirituellen Zeremonien, Asien eben. Kathmandu hat uns von der ersten Minute an in seinen Bann gezogen, wir können uns hier gut anklimatisieren und letzte Vorbereitungen für das bevorstehende Trekking treffen. Zum Glück haben wir gutes Material aus der Schweiz mitgebracht, mit den hier verkauften koreanischen Fälschungen von Mammut, The North Face und Deuter wären wir auf 5'000 M.ü.M wahrscheinlich auf verlorenem Posten. Trotzdem haben wir uns das eine oder andere Schnäppchen dazugekauft. In Asien staunen wir immer wieder, wie gigantisch die Preisunterschiede zu Europa sind. Nun, uns soll es recht sein.
Ab Donnerstag werden wir dann zwei Wochen rund um den Annapurna unterwegs sein. Mit dem Himalaja geht für uns ein grosser Traum in Erfüllung, wir freuen uns extrem, endlich einmal die Achttausender auf dem Dach der Welt zu sehen. So verabschieden wir uns vorerst von der Zivilisation und freuen uns, euch demnächst unsere Eindrücke und Erlebnisse schildern zu können.

die "Henkersmahlzeit" im Entlebuch

was würde die CKW wohl zu diesem Kabelsalat sagen

wir haben ziemlich schnell neue Freunde gefunden

Wind, Sonne und Freiheit

Freitag, 9. September 2011

Schweiz - Fondue und Berge

Seit vier Wochen sind wir nun schon wieder in der Schweiz, wie schnell doch die Zeit vergeht. Die ersten beiden Wochen waren streng aber wunderbar. Wir haben viele liebe Leute aus unserem Familien- und Freundeskreis getroffen, zusammen geplaudert, erzählt, gut gegessen und getrunken. Daneben fanden wir auch genügend Zeit, um uns gut in der Heimat anzuklimatisieren, wir hatten ja Wetter wie die Götter. So machten wir denn auch ziemlich schnell die Wanderwege in der Zentralschweiz unsicher.

Nach diesen zwei Wochen waren wir aber nicht unglücklich, dass wir uns wieder ein bisschen zurückziehen konnten. Wir packten unsere sieben Sachen und verreisten für vierzehn Tage nach Obergesteln (VS). Jedesmal, wenn wir im Goms ein paar Tage verbringen, haben wir das Gefühl, dort oben sei die Zeit stehen geblieben. Alles geht ein bisschen gemächlicher, man hat es nicht so eilig und schliesslich ist ja morgen auch noch ein Tag. Geradezu ideal, um einen geruhsamen Urlaub zu verbringen. Aber wer spricht denn hier von ruhen. Wer uns beide kennt, weiss wohl nur allzu gut, was das grosse Thema im Wallis war. Richtig, wandern, wandern und noch einmal wandern. Es verging kein Tag ohne vier- bis sechstündige Wanderung. Rottenweg, Sidelhorn, Gomer Höhenweg, Brudelhorn, Jostsee, Bettmerhorn um nur ein paar zu nennen. Wunderschön war es und die unzähligen Kilometer dienten zudem als ideales Training für die bevorstehende Annapurna Umrundung in Nepal. Ein ganz spezielles Highlight erlebten wir im Goms mit dem Besuch des Sepp Blatter Fussballturniers. Der FIFA-Präsident ist Ehrenbürger von Ulrichen und seine Stiftung organisiert jeweils Ende August ein Fussballturnier. An diesem Sonntag wimmelte es in der 220-Seelen-Gemeinde nur so von Promis: Günter Netzer, Kubi, Gilbert Gress, Andy Egli, Fritz Künzli, Christian Gimenez, Georges Bregy etc. gaben sich im Obergoms ein Stelldichein, das war vielleicht eine Gaudi.

Inzwischen sind wir wieder im schönen Entlebuch und hoffen auf einen goldigen Herbstbeginn. Gerne möchten wir noch den einen oder anderen "Hoger" besteigen. Daneben muss jetzt aber auch genügend Zeit bleiben, um die bevorstehende (zweite) Reise vorzubereiten. Die Visas für Indien und Nepal haben wir schon, es geht nun darum, unsere Reiseausrüstung auf Vordermann zu bringen und uns einen groben Reiseablauf fürs kommende Halbjahr zu skizzieren. Schon bald heisst es nämlich wieder Abschied zu nehmen. Am 2. Oktober hebt die SWISS Maschine mit Destination Kathmandu (Nepal) ab und wir werden mit an Bord sein. Es geht also bald weiter, wir sind "gwunderig", was auf uns zukommt und lassen es euch regelmässig wissen.

malerische Idylle auf dem Chrüzlipass

das Chalet "Leginen" in Obergesteln

viel Prominenz am Sepp Blatter Fussballturnier - z.B. Daniel Balmer rechts im Bild :-)

fast schon andächtige Stimmung beim Grossen Aletschgletscher

geschafft!!! wir haben den steilen Aufstieg zum Brudelhorn bewältigt...

...und geniessen die Szenerie vor dem Berg aller Berge

Dienstag, 9. August 2011

Mauritius - Erholung pur

Mauritius, inmitten des Indischen Ozeans, ist wahrlich eine Perle zum Seele und Herz baumeln lassen. Die vergangenen neun Monate waren oft anstrengend, so wollten wir uns vor der Heimreise noch etwas Erholung gönnen. Gemacht haben wir eigentlich nicht viel. Aufstehen, eine Stunde "zmörgele", zwei Stunden lesen, drei Stunden walking, eine Stunde Fitness, Apero, Nachtessen...und schwups war der Tag vorbei - und jeden Tag der gleiche Ablauf. Nach allem was wir erlebt hatten, war dieses Programm ziemlich easy, man konnte den Kopf mal abschalten, es hat gut getan. Wir haben uns über ein deutsches Reisebüro ein wunderschönes Pauschalhotel gebucht (dem tiefen €-Kurs sei Dank) und dabei diesen, für uns doch eher aussergwöhnlichen Luxus genossen.

Einmal geht aber alles zu Ende, das galt selbstverständlich auch für uns. Via Johannesburg sind wir am vergangenen Montag definitv nach Hause geflogen und haben nach neun Monaten und acht Tagen, nach vier Kontinenten und unzähligen Flug- und Landmeilen erstmals wieder helvetischen Boden betreten. Die Vorfreude auf unsere lieben Leute und auf die Vorzüge der Schweiz war sehr gross, das Gefühl dann aber schon etwas kommisch, als uns der Zöllner am Flughafen mit einem zürcherischen "Grüezi" nach unseren roten Pässen fragte. Dann ging die Tür zum Epfangsbereich auf und...welch eine Freude. Chrigu, Monika, unsere Nichte Lili, Sandra, Regina, Martha und Anna haben uns einen bombastischen Empfang bereitet, das war ein Nachhausekommen sagen wir euch.

Uns so sind wir nun wieder für einige Zeit in der Schweiz. Wir freuen uns auf die kommenden acht Wochen mit viel Wandern, Freunde besuchen und Vorbereiten auf den zweiten Trip. Es muss noch einiges gemacht werden, bevor wir Anfangs Oktober erneut Richtung Osten abheben. Wir werden unsere Eindrücke in der Schweiz und das anschliessende Asienhalbjahr weiterhin auf diesem Blog festhalten...also auch für euch geht die Reise weiter.

die Umgebung bietet sich förmlich an, einfach nichts zu tun

Strände wie aus einer Bacardi-Werbung

der Zimmerboy hat jeden Morgen das volle Programm gegeben

unser Abschlussdrink - Prost auf die "erste" Reise

...dann ging die Sonne das letzte Mal unter

grosser Bahnhof am Flughafen

...und ein weiters überraschendes Empfangskommite


Freitag, 15. Juli 2011

Südafrika - Eindrücke

Wie es bei uns halt so ist, waren wir von den Bergen wieder einmal nicht weg zu kriegen. Tolle acht Tage haben wir im malerischen Bergdörfchen Clarens verbracht, welches idyllisch inmitten der Maluti Mountains und dem Golden Gate Nationalpark liegt. Unweit dieser Szenerie wird jeden Abend ein eigenartig dramatisches Schauspiel aufgeführt. Kurz bevor die Dunkelheit die letzten Farbflecken am Himmel ausradiert hat, passiert hier etwas ganz Magisches. Die zerklüfteten Sandsteinformationen der kastanienbraunen Berge leuchten noch einmal golden im schwächer werdenden Abendlicht. Zitronengelbe Sonnenstrahlen umreissen die Silhouette der Hügelzüge, bevor der Himmel in einem Feuerwerk aus Violett- und Rottönen explodiert. Wow! Diese Inszenierung ist unglaublich - und dies alles ohne technische Hilfsmittel, ein wahres Wunder der Natur.

Wenn man von Südafrika berichtet, kommt man nicht drum herum, nebst all dem Schönen auch die Schattenseiten zu skizzieren. Viele Leute leben in einfachsten Verhältnissen, zahlreiche unter der Armutsgrenze. Die Analphabetenrate auf dem Land ist enorm hoch und Südafrika weist die höchste AIDS-Rate der Welt auf (5,7 Mio. Menschen sind HIV-possitiv). Nach sieben Wochen haben wir uns erstmals alleine zu Fuss in die Townships (die armen Schwarzenviertel) gewagt. Entstanden sind unglaublich ergreifende Fotos, hängen geblieben sind tiefe Eindrücke. Solche Bilder tun gut, sie relativieren vieles und zeigen schonungslos auf, dass im Vergleich zu diesen Leuten unsere Probleme gar keine Probleme sind. In den Townships geht es tagtäglich ums nackte Überleben.

Und so sind unsere Tage in Südafrika bald gezählt. Mit einem Ausflug in den Blyde River Canyon (die drittgrösste Schlucht der Welt) haben wir noch einmal eine unglaublich bizarre Landschaft erlebt, welche uns mit ihrer Mächtigkeit fast erschlagen hat; ein wahrlich gigantisches Schlussfeuerwerk. Zum Abschluss werden wir uns nächste Woche noch auf die Pirsch im Kruger Nationalpark machen. Wir wollen doch sehen, ob sich die Big 5 nicht noch einmal vor unserer Kamera blicken lassen.

Nachher heisst es definitiv Abschied zu nehmen vom schwarzen Kontinent...

...Südafrika war grossartig
...Südafrika war vielseitig
...Südafrika war anders
...Südafrika war speziell
...Südafrika war eine Herausforderung

Wir werden dieses Land immer in unseren Herzen mittragen.

zwei Traveller geniessen den bombastischen Sonnenuntergang

der Golden Gate Nationalpark - eine Stunde nach Sonnenuntergang

Kommentar überflüssig

harte Bedingungen in den Townships...

...vorallem, wenn man bei dieser Kälte so hausen muss

diese Kinder wachsen garantiert ohne Play Station auf

die drei Rondavels im Blyde River Canyon





frei wie ein Vogel...

...und einfach so richtig "zfride"

Dienstag, 5. Juli 2011

Südafrika - wine and more

Nun, wir sind noch ein paar Tage in Cape Town hängen geblieben, es ist wirklich eine beeindruckende und interessante Metropole. Man spürt die südafrikanische Geschichte förmlich, wenn man gemütlich durch die Strassen Kapstadts schlendert. Ein Quartier hat uns besonders begeistert, das Bo-Kaap. In dieser Gegend lebt ein Grossteil der islamischen Gemeinde, welche seit über hundert Jahren am Kap zu Hause ist. Die Stimmung ist friedlich und relaxed, die Häuser sind allesamt in verschiedenste Farben getüncht und zwischendurch hört man die Gebetsrufe des Muezzin, das alles ist igendwie noch ganz speziell fuer diese Gegend.

Weiter sind wir anschliessend in die Winelands gezogen. Obwohl gerade im Winter das Wetter in dieser Region eher schlecht ist , hatten wir metreologisch doch ziemlich grosses Glück. So sind wir kreuz und quer durch die Rebstauden gefahren. Wir liessen uns in einer wunderschönen Winefarm nieder, um einen gemütlichen Nachmittag zu verbringen. Die Aussicht war grossartig, der Wein köstlich und das "Plättli" so ganz nach unserem Gusto – Mensch, lass es dir gut gehen! Und dann hiess es leider Abschied nehmen von der wunderbaren Gegend am Kap der guten Hoffnung. Vor uns standen ein paar längere Fahrten in allgemeiner Richtung Johannesburg. Auf den Strassen hatten wir (wie so oft auf dieser Reise) ein paar ganz reizvolle und eindrückliche Bilder erhascht. Hunderte von schwarzen vollbepackten Menschen laufen am Strassenrand entlang, weil sie kein Fahrzeug haben und das Minitaxi zu teuer ist. So oft fragen wir uns, wohin deren Weg wohl führen mag, es ist weit und breit kein Haus in Sichtweite. Oder dann plötzlich "voll auf die Klötze", wenn einem mehrere hundert Schafe entgegen kommen. Und wenn man so durch die endlose Weite der Karoo Halbwüste fährt, wo uns vor lauter Begeisterung für die grandiosen Felsformationen der Mund offen stehen bleibt und Sonne und Regen im Duett einen gigantischen Regenbogen hervorzaubern...ja, in diesen Momenten wissen wir jeweils, für was wir zu Hause gearbeitet haben.


Einen Zwischenhalt auf dem Weg Richtung Norden haben wir in Oudtshoorn gemacht. Erstens, weil die Fahrt über den Swartbergpass zu den Highlights in dieser Region zählt und zweitens, weil diese Stadt die Straussenhauptstadt der Welt ist. An jeder Ecke findet man eine Straussenfarm, in den Restaurants wird fast ausschliesslich Strauss serviert, an den Strassenkreuzungen verkaufen Frauen farbige Straussenfedern und in den Boutiquen wird edelstes Straussenleder an den Mann/an die Frau gebracht. Wenn wir nächstes Mal im Coop Straussenfleisch kaufen, wissen wir dann, woher es kommt.


Und so vergeht die Zeit und immer noch erleben wir jeden Tag irgend etwas Spezielles oder Aussergewöhnliches. Es ist schon ein riesengosses Privileg, einfach so durch die Welt zu ziehen und das zu machen, was man will (oder eben, das nicht zu machen, was man nicht will). Unsere Pläne für die zweite Reise haben sich konkretisiert, gestern haben wir unser Flugticket definitv gebucht. Aber vorerst zeigt der Wegweiser Richtung Schweiz - immer schön  der Heimat entgegen.

farbenfrohe Gebäude im muslimischen Quartier Bo-Kaap

in diesem gemütlichen Weingut haben wir uns ein wenig "verwiilet"

und immer wieder begleitet uns ein Regenbogen auf unseren Zügen

typisch afrikanisches Treiben auf der Strasse

und das hier landet später mal auf unserem Teller oder endet als Handtasche

geschafft - unser "Chäri" hat uns gut über den Swartbergpass gebracht

ideale Kulisse für ein Wild West Film

die Richtung wissen wir, machen wir uns also langsam auf den Heimweg