Unsere grosse Reise

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Switzerland
Jacqueline wurde im vergangenen Jahr 40 Jahre alt und Dani konnte den selben Geburtstag dieses Jahr feiern. Wir beide sind seit 10 Jahren verheiratet und kennen uns seit über 20 Jahren. Für uns liefern bereits schon diese Fakten genug Gründe, um ein neues grosses "Midlife"-Abenteuer in Angriff zu nehmen. Das ganze geschmackvoll angereichert mit unserem chronischen Fernweh ergibt nun im Endergebnis eine Reise, von welcher wir noch nicht genau wissen, wohin sie uns im Detail führt, wie lange sie dauert und was genau auf uns zukommen wird. Mit diesem Blog möchten wir euch ein bisschen Anteil an unserem Trip haben lassen und euch aus unserer Optik berichten, was wir in der grossen weiten Welt erleben und was gerade so abläuft. Wir danken euch schon heute für eurer Interesse und wünschen euch viel Spass im Seitenwagen von Jack Daniels.
"Der Gewinn eines langen Aufenthaltes ausserhalb unseres Landes liegt vielleicht weniger in dem, was wir über fremde Länder erfahren, sondern in dem, was wir dabei über uns selbst lernen."

Roger Peyrefitte (*1907), frz. Schriftsteller und Politiker

Sonntag, 29. Mai 2011

Südafrika - auf Lion Kings Spuren

Nach etwas mehr als 13 Stunden in der Luft sind wir gut in Johannesburg gelandet. Leider hat uns der Jetlag einmal mehr schlaflose Nächte bereitet, es dauerte fast eine Woche, bis wir uns an die Zeitverschiebung gewöhnt hatten. Na gut, wenigstens befinden wir uns jetzt bis zum Ende unserer Reise in der gleichen Zeitzone wie ihr zu Hause. Auch sonst sind wir immer noch in der Angewöhnungsphase in einem Land mit ziemlichen Gegensätzen: Weisse Leute - schwarze Leute, Lehmhütten - Luxusunterkünfte, Englisch - Zulu, Autobahnen - Schotterpisten mit Schlaglöcher etc. Auf unseren bisherigen Reisen haben wir zwar schon viele (und viel extremere) Diskrepanzen gesehen, Afrika ist aber irgendwie ganz anders. Momentan ist es für uns noch etwas schwierig, dies alles einzuordnen, vergessen denn zu beschreiben.

 Die ersten paar Tage waren geprägt von ausgedehnten Pirschfahrten durch zwei Wildreservate in KwaZulu-Natal in der Nähe von Durban. Wir sind fast ausgeflippt, was uns da vor die Kameralinse (oder vor die Autohaube) gelaufen ist: Paviane, Gibbons, Gnus, Gazellen, Giraffen, Zebras, Flusspferde, Schlangen, Wildschweine, Krokodile, Antilopen, und von den Big5 soger Büffel, Nashörner und durchs Fernglas ein riesengrosser Löwe (es fehlen uns also noch Elephant und Leopard). Das wird uns beim nächsten Zoobesuch bestimmt ziemlich komisch vorkommen, wenn wir all diese Viecher dann wieder hinter Gitter sehen.

Unterwegs sind wir hier mit dem eigenen Fahrzeug, was uns auf der einen Seite mehr Flexibilität erlaubt, uns andererseits aber auch mehr Sicherheit bietet. Südafrika zählt ja nun schliesslich nicht gerade zu jenen Ländern mit einer tiefen Kriminalitätsrate und all die Warnungen der Einheimischen und im Reiseführer sind ziemlich unmissverständlich. Wir fahren nun in allgemeiner Richtung via Wild Coast und Garden Route ans Kap der guten Hoffnung, wo wir in gut zwei Wochen stranden werden. Und wie könnte es bei Balmlers auch anders sein, freuen wir uns schon heute auf die Weinüter am Western Cape.

Zwischendurch finden wir auch mehr und mehr Zeit, den weiteren (restlichen) Verlauf unserer Reise zu planen (und zu ändern). Es existieren erste Pläne, was in den kommenden Wochen und Monaten auf dem Programm (oder eben nicht mehr auf dem Programm) stehen soll. So leben wir nach der etwas intensiven Zeit in Ozeanien ganz im Grundsatz, dass weniger oft mehr ist. Weiteres dazu zu einem späteren Zeitpunkt, wir halten euch auf dem laufenden.


"last call for passengers travelling to Johannesburg"

Familie Hippo bei der Morgentoilette

eine Büffelherde zieht von dannen




fast wie im Film, aber echt! Ein Zebra in der Savanne


nicht nur wir schauen voraus in die Ferne


gemütliche Stimmung in der Steppe draussen


...na gut, mehr oder weniger gemütlich

die beiden Grosswildjäger in einem gediegenen B & B


solange kein Löwe in der Nähe ist, geht es den Gnus bestens



Samstag, 21. Mai 2011

Neukaledonien - ein spezielles Land

Es ist schwierig, die vergangenen zwei Wochen in Worte zu fassen. Zu verschieden waren die Eindrücke und zu unterschiedlich war das Erlebte. Wir probieren es natürlich trotzdem und berichten hier von einem ganz aussergewöhnlichen Flecken Erde.

Die ersten Tage verbrachten wir in der Hauptstadt Nouméa. Wir waren froh, dass wir am Anfang mit der Auberge de Jeunesse (Jugendherberge) eine feste Bleibe hatten. Umso mehr, weil unser Gepäck den Weg in den tiefen Südpazifik erst einen Tag später gefunden hat als wir. Wenn wir nicht gewusst hätten, wo wir uns gerade befinden, hätten wir bei der Ankunft wahrscheinlich auf Paris getippt. Kaum etwas erinnerte daran, dass Nouméa mehrere tausend Kilometer von Frankreich entfernt ist. Hier wird französisch gesprochen, hier ertönt am Sonntagmorgen die Marseillaise (Nationalhymne Frankreichs), hier laufen alle mit einem Baguette unter dem Arm rum, hier wird Beaujolais, Côtes du Rhône, Bordeaux und Gewürtztraminer getrunken, hier wird am Radio jeweils die Lokalzeit sowie die aktuelle Zeit von Paris durchgegeben, hier heissen die Strassen Rue, Avenue oder Promenade, hier gibt es ein Quartier Latin etc. Leider unterscheidet sich auch das Preisniveau nicht von Frankreich – Neukaledonien ist sehr teuer.

So machten wir uns mit Mietwagen und Zelt auf, um das ozeanische Eiland zu erforschen. Wir merkten bald, dass Neukaledonien dann doch noch in einem Punkt wesentlich anders ist, als die Grande Nation, nämlich in der spärlichen touristischen Infrastruktur. Es gibt ein paar wenige Hotels, welche wir uns schlichtweg nicht leisten konnten. Dann hat es noch hie und da Privatunterkünfte, wo auch Essen angeboten wird...nein, für uns leider viel zu teuer. Restaurants? Fehlanzeige! So blieben uns nur noch die vereinzelt vorhandenen Campingplätze, welche sich zum grössten Teil zwar an tollster Lage befanden, aber allesamt ziemlich spartanisch eingerichtet waren. Wir lernten auf einmal schätzen, wie schön es ist, zwischendurch mal heiss zu duschen oder wenn uns der Eigentümer eine Tasse heisses Wasser für den Nescafé rausrückte. Gegessen haben wir als Selbstversorger und aufgrund fehlender Kochgelegenheit mehrheitlich kalt. So haben wir als Zelt-Anfänger ausschliesslich im Zelt übernachtet, was auf der einen Seite zwar wunderschön war, für uns aber eine riesige Herausforderung bedeutete. Zum Glück hatten wir einigermassen gutes und trockenes Wetter.

Trotz dieser nicht ganz einfachen Umstände wurden wir mit einer unglaublichen Landschaft belohnt. Fern ab von jeglicher Zivilisation entdeckten wir die einsamsten Strände, eine Küstenstrasse wie aus dem Bilderbuch, dann wieder malerische Regenwälder mit beeindruckenden Wasserfällen und zwischendurch mal wieder ein schönes „Chileli“. In nördlichen Teil sind wir schliesslich fündig geworden, von wo Neukaledonien (Neu Schottland) überhaupt seinen Namen hat. Die Berge und Wälder erinnerten uns an all die schönen Reisen nach Schottland und so muss es auch dem englischen Seefahrer James Cook gegangen sein, welcher auf der Suche nach Terra Australis (dem heutigen Australien) hier gelandet ist; die Ähnlichkeit mit den schottischen Highlands ist tatsächlich verblüffend.

Was mit Neukaledonien in Zukunft passiert, weiss man nicht so genau. Die einen sprechen von der Unabhängigkeit zu Frankreich, andere glauben nicht so recht daran. Zwar baut das Land 25% des weltweiten Nickels ab und sichert sich damit eine gewisse Zukunft. Aber allein schon, dass 30% aller Erwerbstätigen als Angestellte des öffentlichen Dienstes ihren Lohn direkt von Paris beziehen, wird wohl eher dahin zielen, dass Neukaledonien noch für längere Zeit zum französischen Empirium gehören wird.

Unsere Reise geht nun in westlicher Richtung weiter. Am Montag fliegen wir in einem Mammutflug und einem eintägigen Zwischenstopp in Sydney nach Johannesburg in Südafrika. Irgendwie werden wir das Gefühl nicht los, dass in Afrika unsere Reise erst so richtig beginnen wird. Die Tatsache, dass wir bisher noch nie auf dem schwarzen Kontinent waren, lässt dies schon etwas erahnen. Nun gut, wir freuen uns einmal mehr, sind gespannt was kommen wird und lassen uns einfach auch ein bisschen überraschen. Ist es nicht genau das, was eine spannende Reise ausmacht?


leckere französische Baguettes...
 
...und das alles so weit von zu Hause entfernt

tolle Stimmung beim kalten Frühstück aus der Kartonbox...

...dafür aber ein Zeltplatz wie bei Robinson

Mangroven vegetieren vor sich hin...


...Küsten wie im Traum...


...herrliche Regenwälder...


...und eine aussergewöhnliche Kirche am äussersten Landzipfel

und hier noch ein exklusiver Blick in unsere Wohnung

Freitag, 6. Mai 2011

Australien - auf der Zielgerade

Der Weg führte uns in den letzten zwei Wochen nochmals weiter nordwärts. Die Vegetaion wurde üppiger, die Temperaturen nahmen einen weiteren "Gump" nach oben und die Luftfeuchtigkeit stieg an - wir waren in den Tropen. Im Northern Territory sind ein Grossteil der Ureinwohner Australiens zu Hause. Nach all den Jahren Besitzanspruchs der Engländer scheinen sich diese beiden doch so unterschiedlichen Kulturen miteinander arrangiert zu haben. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass mann in den Strassen doch leider häufig Aboriginals sieht, welche nur rumhängen und dem Alkohol und anderen Drogen verfallen sind. Wir haben das Gefühl, dass Australien punkto Integration wahrscheinlich schon noch die eine oder andere Hausaufgabe zu erledigen hat. Das dies nicht immer einfach wird, wissen wir als Schweizer ja nur allzu gut.

Wir haben uns in den vergangenen Tagen nochmals in die Natur zurückgezogen und die faszinierende Landschaft des Nordens genossen. Sei es der gigantische Katherine River, welcher sich durch eine enge Schlucht windet, die riesengrossen Termitenhügel im Litchfield Nationalpark oder das gigantische Sumpfgebiet und die Felsmalereien im Kakadu Nationalpark. Allesamt waren sie weitere Höhepunkte auf einer eindrücklichen und spannenden Reise durch Australien.

Nach 62 Tagen und 8'611,50 Kilometer war Vorgestern somit unsere Australien-Mission beendet. Mit Pauken und Trompeten fuhren wir in Darwin ein. Wir waren überglücklich, dass uns während der ganzen Reise von den 40 Tonnen schweren Roadtrains keine grossen Steine auf die Windschutzscheibe gespickt wurden, dass bei den enormen Asphalttemperaturen alle Reifen durchgehalten haben, dass die Strassen von den heftigen Monsunüberschwemmungen und Zyklonen mehrheitlich befreit waren und dass der ganze Trip unfallfrei verlaufen ist. Ob es an unseren Wünschen bei den vielen Sternschnuppen, dem allabendlichen Blick zum Kreuz des Südens oder sonst an einer aussergewöhnlichen Kraft gelegen haben mag, wissen wir nicht. Auf jeden Falls sind wir für den reibungslosen Ablauf zutiefst dankbar. Irgendwie sinnbildlich dafür war jenes Kangaroo, welches 1 Stunde vor Darwin über die Strasse hopelte, am Strasssenrand anhielt, sich drehte und uns mit einem treuen Blick in die Augen geschaut hat. Wir hatten das Gefühl, es wolle sich von uns verabschieden. Es hüpfte weiter in die Wildnis hinaus und so haben auch wir uns verabschiedet - wir waren gerne zu Gast in Down Under!

bye bye Australia et bienvenue en Nouvelle-Caledonie




unbegrenzte Freiheit am Katherine River







Aboriginal-Kunst auf Fels gemalt

malerische Sumpflandschaft im Kakadu Nationalpark


...doch die Idylle trügt

hier waren die überaus fleissigen Termiten am Werk


angekommen am Top End - der Motor wird zum letzten Mal abgestellt


der Wind weht in die richtige Richtung, lasst uns die Segel hissen, die Reise geht weiter


Freitag, 22. April 2011

Australien - einsame Weiten

Hallo, wir melden uns aus Broome. Seit unserem letzten Beitrag sind wir weitere 2'800 Kilometer gefahren. Die vielen Emotionen, welche wir auf den einsamen Strassen Australiens erleben, können wir kaum mit eigenen Worten fassen. Kilometerlange Geraden, dann eine Kurve und wieder weitere Kilometer gerade aus. Die Erde ist rostrot. Zusammen mit dem Grün der Bäume, dem Blau des Himmels und dem Weiss der Kumulus-Wolken erleben wir eine sanfte und anmutende Farbcollage. Dann unbedingt beim Roadhouse tanken, die nächste Zapfsäule kommt erst wieder in 300 Kilometer. In einem Land wie Australien, welche die Grösse von ganz Europa hat, aber nur dreimal so viele Einwohner wie die Schweiz, bekommen 100 Kilometer eine ganz andere Bedeutung. Hier fährt man diese quasi noch als kleine Zugabe oder zum Nachtisch.

Unterwegs haben wir zwei grossartige Nationalparks besucht. So waren wir am Ningaloo Reef. Es handelt sich um ein nur wenige Meter vom Strand vorgelagertes Korallenriff. Wir haben uns Taucherbrille, Schnorchel und Flossen angeschnallt und sind in diese artenreiche Unterwasserwelt eingetaucht. Wir entdeckten die verschiedensten und faszinierendsten Steinkorallen, welche man sich überhaupt nur vorstellen kann. Um diese herum tummelten sich tausende farbiger Fische, Stachelrochen, Tintenfische etc., kaum zu glauben, was sich unter der Wasseroberfläche alles so abspielt. Als wir sogar zweimal einem Riffhai in die Augen geschaut haben, hatten wir aber dann schon etwas "de Gagg i de Hose".

Weiter im Landesinnern begeisterten uns die Schluchten des Karijini Nationalparks. Kilometerlange und mehrere hundert Meter tiefe Schluchten haben eine atemberaubende Landschaft geschaffen. Nebst spektakulären Wasserfällen findet man dort unten auch viele glasklare Frischwasserbecken, welche einem bei der grossen Hitze eine willkommene Abkühlung offerieren. Wir übernachteten in den vergangenen Tagen oft draussen in der Natur, weitab von Campingplätzen. Wir haben die Ruhe genossen, uns einmal mehr vom funkelnden Sternenhimmel verzaubern lassen und die verschiedenen Phasen vor und nach dem Vollmond mit Bewunderung beobachtet, so etwas haben wir noch nie erlebt. Dabei haben wir probiert, diese Augenblicke so gut wie möglich zu konservieren, damit wir diese dann später im stressigen Berufsalltag vielleicht mal wieder hervorholen können.

So, unsere Fahrt geht weiter! Alle Strassen Richtung Darwin sollten offen sein, wir verlassen Western Australien und verbringen die letzten zwei Wochen in den Nationalparks im Northern Territory. Es wird zweifelsohne wieder einige Höhepunkte geben und gedanklich sind wir auch schon ein bisschen bei unserem nachsten Ziel Neukaledonien.

die einen geniessen den Sonnenuntergang am Ningaloo Reef

die anderen gehen sonst irgendwie unter

endloser Horizont im Outback...

...und wer hier nicht nochmals Benzin tankt...

...endet vielleicht wie dieses Kangaroo:-(

Jacqueline frohlockt in den Schluchten des Karijini Nationalparks

Dani dagegen zieht das kühle Bad im Naturpool vor

Vollmondstimmung draussen im Busch

Freitag, 8. April 2011

Australien - nordwärts

Einmal mehr ist einige Zeit wie im Schnellzugstempo verstrichen und darum haben wir natürlich auch wieder das eine oder andere zu berichten.

So fallen uns die zahlreichen und überaus putzigen Beuteltiere auf, welche einem mit ihren gwundrigen Augen genaustens beobachten und dann schnurgerade wieder zurück in den Busch hüpfen (oder auf die Strasse, was vielen von ihnen zum tragischen Verhängnis wird). Oder da ist da die gute alte Sonne, welche auch in Australien im Westen untergeht und uns mit den beeindruckensten Sonnenuntergängen jeweils fast um den Verstand bringt. Es gibt wohl kaum etwas schöneres, als dieser Zeremonie mit einem eiskalten Bierchen beizuwohnen. Andererseits findet man im südlichen Teil von Westaustralien ein paar der feinsten Weingüter des Landes. Hier werden wunderbare und vollmundige Semillon, Shiraz und Chardonnay kredenzt. Ein Besuch auf einem solchen "Chateau" wäre eigentlich nicht dringelegen. Dank dem finanziellen Zustupf unserer ehemaligen Arbeitsgschpänlis konnten wir uns aber trotzdem einen gemütlichen Nachmittag mit einer schönen Flasche Weisswein leisten. Danke euch allen, wir haben bei jedem einzelnen Schluck an euch gedacht. Wir sind jetzt bereits auch schon daran, unseren weiteren Verlauf der Reise etwas zu planen. So wollen wir in Neukaledonien und dann auch in Afrika mit Mietwagen und Zelt unterwegs sein. Darum haben wir uns vorsorglich bereits mit bestem Material (Zelt, Matratze, Pumpe) eingedeckt, was im Land der Camperfreaks ja nicht so schwierig war. Nebst all diesen Sachen kriegen wir auch immer wieder die schönsten und zum Teil auch kuriosesten Landschaften zu Gesicht. So waren wir z. B. in der Pinnacles Desert unterwegs. In dieser Wüste sind Tausende von Kalksteinsäulen über eine Mondlandschaft verstreut. Der kalkreiche Wüstensand besteht aus Muschelschalen, welche durch den Regen zusammengepresst und dann abgetragen werden.

Vor drei Tagen haben wir den Südwesten rund um Perth nun definitiv hinter uns gelassen und befinden uns auf dem Weg Richtung Norden. Vor uns liegen immer noch rund 5'000 Kilometer auf dem Highway. So wird uns der Weg weiter durch kaum besiedelte Regionen, Wüsten und Regenwälder führen und uns bestimmt wieder genug Stoff für einen nächsten interessanten Bericht liefern.

Also, see you! Bis zum nächsten Mal - irgendwann wieder auf diesem Blog

wir werden oft von den "Einheimischen" beobachtet

ein "Sundowner" an wunderschönster Lage...

...mit einer solchen Aussicht - nicht schlecht, oder?

ein unbeschwerter Nachmittag auf einem tollen Weingut (sponsored by Waldruh und TRISA)

unsere vier Wände für Afrika haben den Test bestanden

Tausende solcher Formationen in der Pinnacles Wüste


Mittwoch, 16. März 2011

Australien - unterwegs

Bereits sind wir 10 Tage "on the road" und erkunden momentan den südlichen Teil von Westaustralien. Bevor es aber überhaupt losgehen konnte, mussten wir zuerst das "Heim" einrichten, welches in den kommenden 60 Tagen unser zu Hause sein wird. Dazu gehörte auch ein ausgiebiger Einkauf in einem grossen Supermarkt.

Was wir in dieser kurzen Zeit bereits von Australien gesehen haben, ist schon absolut grossartig. Da sind auf der einen Seite fast unendlich lange Strassen ohne jegliche Zivilisation, nur zwischendurch mal irgendwo ein Roadhouse in "the middle of nowhere". Andererseits faszinieren merkwürdige, von Natur geschaffene Formationen wie zum Beispiel der Wave Rock (Wellenfels), welcher seine Form vor ca. 60 Mio. Jahren durch Verwitterung und Wassererosion erhalten hat. Surfen auf dieser Welle war zwar schwierig, aber wir haben es trotzdem versucht. Fährt man dann weiter ans Meer, erwarten einem schneeweise und gottverlassene Strände mit türkisfarbenem und kristallklarem Wasser. Alles scheint wie aus einer "Bacardi"-Werbung zu sein, wir haben solche Strandabschnitte bisher nur aus der Südsee gekannt. Dann wieder rauhe Küstenabschnitte mit gigantischen Felsen, welche sich senkrecht ins tiefblaue Meer senken. Wieder weiter landeinwärts tauchen auf einmal ausgetrocknete Salzseen auf und immer wieder...Nichts! Die Ruhe und Abgeschiedenheit in dieser Region ist für einen Europäer kaum fassbar, das gibt es bei uns (wenn überhaupt) nur noch ganz selten. Und wenn wir dann in der Nacht mal aus unserem Camper raus müssen (leider hat unser Budget nicht für die Bord-Toilette gereicht), glitzert am Himmelszelt ein Lichtermeer aus Millionen von Sternen. Ganz im Zentrum strahlt majestätisch das Kreuz des Südens, welches früher den Pionieren und Seefahrern den Weg Richtung Süden gewiesen hat. Für uns beide symbolisiert das Southern Cross auch ein bisschen Abenteuer und Aufbruch, wir nehmen es gerne als unseren Begleiter mit auf die Reise.

Bei all diesen Eindrücken treten für uns die Ereignisse, welche auf der Welt momentan passieren, weit in den Hintergrund. Aufgrund unserer medialen Abstinenz bekommen wir sie sowieso auch nur ganz am Rand mit. So konzentrieren wir uns auf unserern vorgegebenen Pfad, und der ist ja noch sooooo lang. Irgendwann Anfangs Mai werden wir mit 8'000 Kilometern auf dem Tacho das Top End in Darwin erreichen. Wir hoffen, dass alle Kangaroos immer schön am Strassenrand stehen bleiben, wenn Balmers vorbeifahren und wünschen uns natürlich alles andere als überflutete Highways.

Gerade wegen unserer Abgeschiedenheit im Outback werden die Blog-Einträge in nächster Zeit nicht mehr so regelmässig erscheinen. Vielleicht schmückt ja zwischenzeitlich der eine oder andere Gästebucheintrag oder Kommentar unsere Seite:-)


unser zu Hause für zwei Monate


surfen auf Fels, das soll's in Australien geben

Natur pur - ohne Worte!

"üs geits guet z'Auschtralie"

fast wie im Aquarium, hier sieht jeder Strand so aus

ein ausgetrockneter Salzsee im Outback

Freitag, 4. März 2011

Australien - Sydney

Einmal mehr mussten wir Abschied nehmen, diesmal von Buenos Aires, von Argentinien und von Südamerika - ein bisschen viel auf einmal und darum haben wir alles zusammen gebührend mit einer guten Flasche Wein getan. So konnte die Reise also getrost weiter nach Australien gehen. Allerdings kam am Flughafen in Buenos Aires zuerst noch einmal ein bisschen Hektik auf. Die Dame am Check-in Schalter machte uns freundlich darauf aufmerksam, dass wir kein Visum für Australien haben und demzufolge nicht in die Maschine steigen können. Aufgrund eines Missverständnisses mit Qantas Schweiz schien dem tatsächlich so zu sein, was uns in eine ziemlich missliche Lage brachte. Dem guten roten Schweizerpass sei dank, dass wir dann doch noch kurzfristig ein Visum beantragen konnten und sie uns ins Flugzeug gelassen haben - das war knapp. Dafür wurden wir mit einem wunderbaren Flug über die Antarktis belohnt, bei welchem wir unzählige herumschwimmende Eisberge sichten konnten.

So sind wir schliesslich gut und glücklich in der Australischen Metropole Sydney angekommen und haben ein (ziemlich) einfaches Zimmer in einer Jugendherberge bezogen. In den ersten Tagen standen mehrere ausgedehnte Stadtspaziergänge auf dem Programm und dann durften wir auch noch unsere postlagernden Päckchen abholen (siehe Eintrag vom 17.10.2010). Erfreulicherweise haben doch tatsächlich auch noch ein paar andere Personen an uns gedacht. Besten Dank all jenen, wir haben uns riesig über eure Post gefreut. Leider scheinen auch ein paar Sendungen verloren gegangen zu sein, im Zeitalter von E-Mail und Internet fast logisch, nicht? Selbstverständlich waren wir auch beim Opera House und so mussten wir doch tatsächlich jetzt dreimal nach Sydney kommen, um endlich mal ein Ticket für ein Konzert ergattern zu können. Heute Abend werden wir unsere besten Kleider aus dem Tramperrucksack holen und uns im grossen Konzertsaal das Sydney Symphony Orchestra unter der Leitung von Vladimir Ashkenazy anhören. Gespielt wird ein Klavierkonzert von Franz Liszt und als Krönung die 6. Symphonie von Gustav Mahler.

Übermorgen fliegen wir dann weiter nach Perth in Westaustralien, wo wir endlich unser langersehntes Wohnmobil(chen) in Empfang nehmen werden. Während zwei Monaten wollen wir ganz nach oben bis nach Darwin reisen. Aus diesem Grund kann es gut sein, dass während der nächsten Zeit die Einträge im Blog nicht mehr so regelmässig erscheinen werden. In dieser doch eher dünnbesiedelten Gegend wird wohl nicht gerade an jeder Ecke ein Internet zur Verfügung stehen. Mal sehen, wir geben unser Bestes!

Über der Antarktis schwimmen riesige Eisschollen


Sydney - zweifelsohne eine der schönsten Städte der Welt


Fast wie an Weihnachten - Empfang der Päckchen am Postlagernd-Schalter


Grosses Konzert im Sydney Opera House