Unsere grosse Reise

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Switzerland
Jacqueline wurde im vergangenen Jahr 40 Jahre alt und Dani konnte den selben Geburtstag dieses Jahr feiern. Wir beide sind seit 10 Jahren verheiratet und kennen uns seit über 20 Jahren. Für uns liefern bereits schon diese Fakten genug Gründe, um ein neues grosses "Midlife"-Abenteuer in Angriff zu nehmen. Das ganze geschmackvoll angereichert mit unserem chronischen Fernweh ergibt nun im Endergebnis eine Reise, von welcher wir noch nicht genau wissen, wohin sie uns im Detail führt, wie lange sie dauert und was genau auf uns zukommen wird. Mit diesem Blog möchten wir euch ein bisschen Anteil an unserem Trip haben lassen und euch aus unserer Optik berichten, was wir in der grossen weiten Welt erleben und was gerade so abläuft. Wir danken euch schon heute für eurer Interesse und wünschen euch viel Spass im Seitenwagen von Jack Daniels.
"Der Gewinn eines langen Aufenthaltes ausserhalb unseres Landes liegt vielleicht weniger in dem, was wir über fremde Länder erfahren, sondern in dem, was wir dabei über uns selbst lernen."

Roger Peyrefitte (*1907), frz. Schriftsteller und Politiker

Montag, 15. Oktober 2012

Perú - den Anden entlang

Unsere Vorahnung hat sich bewahrheitet, die Reise über die Grenze nach Perú war lang, anstrengend, abenteuerlich und trotzdem faszinierend - ein Erlebnis der ganz besonderen Art.
 
Jetzt aber erst mal der Reihe nach. Morgens um 6.00 Uhr nahmen wir Abschied von Vilcabamba. Eine tolle Zeit hatten wir in der Hostería Izhcayluma und umso schwerer fiel uns der Abschied von Peter, Dieter und Raik. Irgendwann in unserem Leben möchten wir wieder dorthin. Ob diese drei ausgewanderten Deutschen aus Südbayern dann immer noch da sein werden...?
 
Und nun zur Reise. Zuerst fuhren wir mit einem mehr als nur schrottreifen Bus auf einer holprigen Naturstrasse sechs Stunden über Stock und Stein, über Berg und Tal und durch grossartige Natur. Irgendwo in einem kleinen Dorf, welches auf der Landkarte wohl kaum eingezeichnet ist, war Endstation - an die Grenze kamen wir ab jetzt nur noch mit einem 4 x 4 Pick-up. Draussen in den absoluten Pampas an einem verlassenen Fluss kam dann tatsächlich der herbeigesehnte Grenzposten. Leider war der ecuadorianische Grenzbeamte gerade beim Mittagessen oder machte Siesta. Auf jeden Fall war das Büro geschlossen und deshalb mussten wir warten, bis wir erst mal ausreisen konnten. Irgendwann kam ein freundlicher Mann und hatte uns schliesslich unsere Reisepässe abgestempelt. So konnten wir zu Fuss über die Brücke gehen - wir waren in Perú. Im neuen Land angekommen, brauchten wir wiederum einen Einreisestempel. Das Ganze hatte sich hier ebenfalls etwas in die Länge gezogen, es war weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Auf einmal ging beim Zollhäuschen, welches man leicht mit einem Ziegenstall verwechseln könnte, eine Türe auf und ein halbnackter Mann trat aus der Dusche - das also war der peruanische Grenzwächter. Spärlich bekleidet wie er war, knallte er uns die Stempel in den Pass und so waren wir nun auch ganz offiziell in Perú. Mit Sammeltaxis ging es auf staubigen Pisten  kreuz und quer durch die Landschaft bis wir eineinhalb Tage später an unserem Ziel angekommen sind - Chachapoyas, eine kleine Provinzstadt in Nordperú.
 
Der Umweg über die Berge hat sich mehr als nur gelohnt, Chachapoyas war eine ganz interessante und spezielle Station. Riesige, wenig erforschte Nebelwälder umgeben den Ort. Darin versteckt liegen einige der faszinierendsten und am wenigsten bekannten archäologischen Schätze Perús. Obwohl zahlreiche Ruinen sowohl durch die Einwirkung von Wetter und Zeit als auch durch jüngere Besuche von Grabräubern und Schatzsuchern beschädigt wurden, sind einige immer noch erstaunlich gut erhalten. Wir haben uns die Zeit genommen und gingen auf die Suche nach den Spuren der Chachapoyas (Wolkenmenschen), ein präkolumbianisches Volk, welches ab 800 n.Chr. bis zur Eroberung durch die Inka ca. 1'470 n.Chr. in diesem ausgedehnten Gebiet rund um die gleichnamige Stadt herrschte. Wir hatten lehrreiche und faszinierende Tage in Chachapoyas und die Kulisse war einmal mehr grossartig. Erstaunlicherweise waren wir fast die einzigen westlichen Touristen.
 
Weiter ging unser Trip, auch diesmal war es kein Zuckerschlecken. In einer kurvenreichen Nachtfahrt gelangten wir an die Küste, mussten anschliessend vom Morgen bis am späten Abend in Trujillo irgendwie die Zeit totschlagen, damit wir gleich noch einmal in einer Nachtfahrt den Berg wieder rauf reisen konnten. Heute morgen sind wir müde, etwas ausgelaugt aber zufrieden in Huaraz auf über 3'000 M.ü.M angekommen. Ein langersehntes Ziel ist erreicht, wir sind mitten in den Bergen, mitten in der berühmten Cordillera Blanca. Als wir um 5.30 Uhr angekommen sind, konnten wir nach all den Strapazen wieder einmal so richtig herzhaft frische Bergluft einatmen. Der Huascarán (6'768 M.ü.M, zweithöchster Berg von Südamerika) begrüsste uns mit einem fulminanten Sonnenaufgang und in diesem Moment wussten wir einmal mehr, für was es sich lohnt, zu arbeiten. Solche Momente kann man nicht beschreiben - sie kommen, sie sind, sie gehen aber sie bleiben für ewig. In den nächsten Tagen stehen Wanderungen und ein mehrtägiges Trekking auf dem Fahrplan, hier wird es uns gefallen.
  
 
 
die Ausreise muss warten, das "Gränzhüüsli" ist geschlossen

Adiós Ecuador - auf der anderen Seite ist Perú

mystisch und rätselhaft, diese Sarkophage der Chachapoyas

ein unglaubliches Fort thront auf einem hohen Berg

die Schotterstrasse hinauf ist allerdings nicht ganz ohne

solche Momente muss man ganz tief einatmen

ach ja, und da war ja noch ganz nebenbei der dritthöchste Wasserfall der Erde (Catarata de Cocta)

und weiter geht der Weg

so wurden wir in Huaraz empfangen



















 

Samstag, 6. Oktober 2012

Ecuador - unterwegs

Nur noch kurz ergänzend  zum letzten Beitrag, der Aufstieg auf den Kratersee ist uns gut gelungen. Allerdings war auch diese Besteigung kein Spaziergang. Es ist halt schon ein Unterschied, ob man für tausend Höhenmeter bei 1‘000 M.ü.M (Sörenberg) oder halt wie in unserem Fall bei 3‘000 M.ü.M (Titlis) startet. Mit dem traumhaften Ausblick auf die Lagune wurden wir aber für die am Schluss schweren Schritte mehr als nur belohnt.
 
Auf den Strassen Ecuadors ging unsere Reise weiter, vorbei an imposanten Landschaften und durch völlig abgelegene Dörfer inmitten der Anden. Überall warten Leute am Strassenrand, sie halten den Bus an, steigen ein, sehen uns interessiert zu und schenken uns mit ihren dunkelbraunen Augen ein sympathisches Lächeln. Irgendwo im Nirgendwo steigen sie aus, es hat weit und breit keine Häuser, sie haben wohl noch einen langen Weg bis nach Hause. Die Busse sind klapperig, fallen fast auseinander, laute lateinamerikanische Musik hallt aus den Boxen, durch die offenen Fenster weht ein kühler Wind durch die schwarzen Haare der Passagiere, die Leute unterhalten sich friedlich miteinander, wir sind die einzigen Touristen…das ist Freiheit pur.
 
Wir haben die wunderbare und äusserst bezaubernde Kolonialstadt Cuenca als Ausgangspunkt gewählt, um eine einmalige Wanderung durch den Parque Nacional Cajas zu unternehmen. Hunderte von kleinen Bergseen prägen diese fantastische Hochlandregion, die Pfade sind völlig verlassen, nur immer wieder kleine Teiche und Sümpfe, dann wieder ein verwunschener Wald, wir fühlen uns wie in einem Märchen der Gebrüder Grimm. Dieser Treck war wirklich toll, einmalig und ein absoluter Volltreffer (es hat uns riesig gefallen, merkt man es?). Auch hier das gleiche Lied wie fast immer, über viertausend Meter fällt das Atmen oft schwer, kleinere Kopfschmerzen gehören immer etwas dazu und der Flüssigkeitsverlust ist enorm. Auf dieser Höhe muss man mindestens das doppelte trinken, wie bei uns zu Hause - also Wasser natürlich:-).
 
Nun sind wir ganz im Süden von Ecuador angelangt, unsere letzte Destination in diesem wunderbaren Land heisst Vilcabamba. Dieser malerische Ort liegt auf einer Höhe von 1'500 M.ü.M. und hat konstante Jahrestemperaturen zwischen 17 und 24°C. Das Tal ist windgeschützt und meistens scheint die Sonne. Wissenschaftler wollen in einer Studie herausgefunden haben, dass von den 2'000 Dorfbewohnern mehr als 60 über 100 Jahre alt sind. Im statistischen Weltdurchschnitt erreicht dieses biblische Alter nur eine von 1'745'000 Personen. Vielleicht hat ja die klimatische Idylle oder das äusserst spezielle Wasser tatsächlich einen Einfluss auf das Alter der Leute. Also bleiben wir noch ein paar Tage hier und hoffen, dass auch wir etwas von diesem Jungbrunnen profitieren können.
 
Das waren unsere Berichte aus Ecuador. In drei Tagen geht unsere Reise weiter nach Perú. Eine abenteuerliche und lange Fahrt über die Grenze auf total unwegsamen Strassen steht uns bevor, neue uns spannende Highlights warten auf uns und wir sind froh, dass die Reise noch nicht zu Ende ist - mehr dazu später!
 
 



also so ganz allein waren wir dann schon nicht

diesen Ausblick auf die Laguna de Quilotoa haben wir uns verdient

geschafft - uff, der Aufstieg hatte es in sich
diese Frau wartet wohl auf den nächsten Bus nach weiss nicht wohin
 
dazu braucht es eigentlich keine Worte - Parque Nacional Cajas

alleine auf weiter Flur - es war ein Traum


hunderte von Seen, alle nur für uns

warten auf die Weiterreise - wir freuen uns darauf

 

Mittwoch, 26. September 2012

Ecuador - im Land der Vulkane

Um es gleich vorweg zu nehmen, die Luft und unsere Kondition hat gut gereicht, um den Imbabura (4'610 M.ü.M) zu besteigen. Aber so ganz ohne war dann das Unterfangen doch nicht. Der Aufstieg war unglaublich steil, und am Schluss mussten wir sogar auf allen vieren über senkrechte Felswände klettern - es waren hochalpine Verhältnisse. Umso schöner war es, als uns unser Führer José sicher auf den Gipfel gebracht hatte. Die ganz grosse Freude wollte aber irgendwie nicht aufkommen, in Gedanken waren wir schon beim Abstieg. Die engen und senkrecht abfallenden Couloirs bereiteten uns etwas Bauchschmerzen. Als ob das alles nicht schon genug gewesen wäre, kam erschwerend dazu, dass Jacqueline kurz nach dem Beginn zum Abstieg plötzlich höhenkrank wurde. Sie hatte neben den technischen Herausforderungen zusätzlich mit extrem starken Kopfschmerzen und unglaublicher Übelkeit zu kämpfen. Alles ist aber bis am Schluss gut gegangen, völlig happy sind wir nach acht Stunden wieder zurück in unserer Hostal bei Mama Aida angekommen. Obwohl wir diesen Aufstieg vielleicht etwas unterschätzt haben, eventuell auch noch zuwenig gut akklimatisiert waren und die technischen Anforderungen für uns eher am oberen Limit waren, kam doch so etwas wie Stolz auf, dass wir diesen Vulkan bestiegen haben. Als wir am anderen Tag vom wunderschönen Markt in Otavalo noch einmal zum Imbabura rauf geschaut haben, waren dann definitiv alle Strapazen vergessen - es war eine Riesenerfahrung.
 
Und bereits schon sind wir auf unserer nächsten Tour. Wir haben den Tagesrucksack gepackt und sind ganz weit ins ecuadorianische Hinterland gefahren. Der dreitägige Quilotoa-Loop gilt als besonderes Highlight für Trekker und da müssen Jack Daniels natürlich unbedingt auch hin. Die heutige erste Etappe führte uns in bizarre Schluchten, durch pitoreske Andendörfchen und immer wieder vorbei an köstlich riechenden Eucalyptuswälder - herrlich. Nach rund vier Stunden sind wir schliesslich in einer wunderbaren, vielleicht etwas aussergewöhnlichen Herberge gelandet. Das Haus erinnert weniger an eine rustikale Berghütte als vielmehr an die Villa Kunterbunt - und irgendwie passt das ja auch ganz gut zu uns, nicht?
 
Wie wir den morgigen Aufstieg auf den Kratersee Laguna de Quilotoa geschafft haben und was wir sonst noch auf der Panamericana Richtung Süden erleben, werden wir euch demnächst wieder bereichten - also dranbleiben!
 


Nein, der Cayambe (5'796 M.ü.M.) war uns dann doch zu hoch

aber auf diesen Berg hat uns José sicher rauf und runter gebracht

danach hatten wir die Pancackes von Mama Aida mehr als verdient

viele Farben am Markt in Otavalo...

...und ein letzter Blick hinauf zum Imbabura

und schon wieder unterwegs (oder eben nicht)

der Blick über diesen Cañon verschlägt einem fast die Sprache

und so sehen dann in etwa die SAC-Hütten in Ecuador aus
 

Mittwoch, 19. September 2012

Ecuador - eine Reise "nach Hause"

Der Flug von Zürich nach Quito verlief abgesehen von den vereinzelten Turbulenzen doch recht ordenlich, nach 15 Stunden sind wir gut aber auch etwas müde in der Hauptstadt von Ecuador gelandet.

Vor gut eineinhalb Jahren waren wir das letzte Mal hier. Der Abschied fiel uns damals sehr schwer, was wir auch im Blog-Bericht vom 26.01.2011 zum Ausdruck gebracht hatten. Umso schöner ist es nun, wieder hier in der zweithöchsten Hauptstadt der Welt (2'850 M.ü.M) zu sein. Die ersten drei Tage werden wir uns vorerst etwas an die Höhe akklimatisieren und wollen dann gegen Ende dieser Woche den Vulkan Imbabura (4'609 M.ü.M) besteigen. Ob die Luft und die Kondition für den mit zweitausend Höhenmetern doch recht happigen Aufstieg reichen wird, wissen wir nicht. Wir werden aber bestimmt unser Bestes geben und hoffen, euch im nächsten Bericht mit traumhaften Fotos beglücken zu können.
 
Wir sind erst gut 24 Stunden hier und haben trotzdem das Gefühl, schon sehr lange auf der Reise zu sein. Wenn wir jetzt wieder all die interessanten Traveller mit ihren verschiedenen Geschichten treffen, umgeben von dünner Andenluft prächtige Bauten aus der Kolonialzeit bestaunen können und in den verwinkelten Gässchen wunderschön gekleidete Leute zu lateinamerikanischer Musik tanzen sehen, dann wissen wir, wieso es uns immer wieder in die Ferne zieht - das nämlich ist der Duft der grossen weitern Welt!



"letzter Aufruf für Reisende nach Quito..."

wunderschöne koloniale Gassen in Quito...

...wo auch eiferig "töggelet" wird

die Jungmannschaft hat einiges zu besprechen...

...und die älteren fröhnen lieber etwas dem Treiben auf den Strassen 
 

Mittwoch, 22. August 2012

Zusatzschlaufe

Als wir Mitte April in der Schweiz gelandet sind, haben wir auf dem Flughafen Zürich noch spasseshalber zueinander gesagt, dass wir vielleicht schon bald wieder mal hier sein werden. Natürlich wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wo uns der weitere Weg hinführt, was wir arbeiten werden und wo wir uns domizilieren. Inzwischen sind vier Monate vergangen, das Leben hat seinen Lauf genommen und alles scheint sich irgendwie zu bewahrheiten. Bevor wir uns nun Ende dieses Jahres definitiv im Schweizerländle niederlassen, wollen wir Mitte September noch einmal unsere Rucksäcke packen und in die Welt hinaus ziehen - wir begeben und so quasi auf die Ehrenrunde.


Eigentlich war nicht geplant, diese Reise erneut auf dem Internet zu dokumentieren. Die Nachfrage von vielen Bloglesern war aber dermassen gross, dass wir gerne die Schreibfeder in die Hand nehmen und erneut aus fernen Ländern berichten.

Also, die Reise startet am 16. September und dauert 10 Wochen. Sie führt uns nach....., nein, wir verraten noch nicht ganz alles. Nur so viel, wir werden einige tausend Kilometer von zu Hause weg sein, am Sternenhimmel begleitet uns wieder einmal das Kreuz des Südens, die Hauptatraktion sind unglaublich schöne und hohe Berggipfel und die Sprache ist...

Bienvenidos a Sudamérica!

In diesem Sinne freuen wir uns, dass wir euch als Begleiter dabei haben und sind mindestens ebenso gespannt wie ihr, was diesmal auf Jack Daniels zukommen wird.

all unsere Wünsche scheinen wahr zu werden

wir hoffen, dass sich das CH-Höhentraining in den Anden auszahlen wird

nein, das ist noch nicht in Südamerika - Pilatuskette vom Menzberg aus

bei Jack Daniels herrscht (wieder einmal) Aufbruchstimmung







Freitag, 6. April 2012

Bali -THIS IS IT!

So, es ist soweit, das letzte Mal sitzen wir am Computer und überlegen, welche News wir nach Helvetien übermitteln möchten. Und siehe da, auch ganz am Schluss unserer Reise wissen wir noch immer etwas zu berichten.

Ein wunderbares und kleines Resort versüsst uns die letzten zwei Wochen auf unserer Tour. Machen tun wir eigentlich nicht mehr so viel und mehr und mehr fokussieren sich unsere Gedanken auf die Rückkehr. So haben wir langsam aber sicher auch etwas genug von Nasi Groeng, Gado Gado, Frühlingsrollen, Reis und gebratenen Nudeln. Dies hat uns veranlasst, hier selber etwas zu kochen. Aufgrund fehlender Infrastruktur war vorallem kalte Küche angesagt. Bei diesen tropischen Temperaturen ist dies aber alleweil willkommen. Natürlich steht auch ein täglicher Strandspaziergang von drei Stunden auf dem Programm. Wahnsinnig, diese Wellen hier. Sie stellen sogar das Surferparadies Jeffreys Bay in Südafrika in den Schatten. Es ist eine Wucht, wenn diese Gewalten kurz vor dem Ufer mit einem tosenden Zischen auseinanderbrechen. Wir finden hier noch einmal eine wunderbare Umgebung, um die vergangenen Monate revuepassieren zu lassen - es war halt schon der absolute Hammer.

Am Montag fliegen wir (einmal mehr) nach Bangkok und bleiben dort noch fünf Tage. Schliesslich wollen wir noch etwas auf Souvenirtour gehen und uns den grossartigen Thaifood ein letztes Mal auf der Zunge zergehen lassen. Heute in einer Woche bringt uns die SWISS wieder Richtung Europa, Richtung Schweiz, Richtung Berge, Richtung Entlebuch. Obwohl es noch so viel zu erzählen gäbe, ist es nun an der Zeit, das Buch an dieser Stelle zu schliessen.

Wir haben 16 Länder bereist und waren knapp 19 Monate unterwegs. Wir haben 5 Kontinente besucht und unzählige Meilen im Wasser, auf Land und in der Luft zurückgelegt. Wir haben 53 Einträge im Blog geschrieben. Unsere Seite verzeichnet bis heute 9'383 Besuche und ihr habt uns 51 mal ins Gästebuch geschrieben. Für all das danken wir euch ganz herzlich. Es gab uns immer das Gefühl, auf der grossen weiten Welt nie ganz vergessen zu sein.

So kehren wir mit vielen Erfahrungen, zahlreichen Geschichten und reich an Lebensfreude in die Schweiz zurück. Wir sind so etwas von dankbar, dass wir in diesem Land leben dürfen. Es ist ein Platz, wo jeder als Mensch selber Verantwortung übernehmen kann, sein Schicksal zum grossen Teil mitbestimmt und wo Träume nicht bloss nur Luftschlösser sind. Einzige Bedingung - man muss es einfach tun!


in der "Küche" geht es hoch her

et voilà - gemischter Salat mit Avocado und Ei

diese mächtigen Wellen sind ein Paradies für Surfer

...wären ein Paradies für Surfer

wann sehen wir wohl das nächste Mal Muscheln im Sand?

BYE BYE - see you soon in Switzerland!

in dieser Inschrift auf Neukaledonien lebt unsere Reise weiter



f i l e    c l o s e d

Freitag, 23. März 2012

Bali - Götter und Dämone

In Bangkok sind wir ins Flugzeug gestiegen, viereinhalb Stunden geflogen, haben dabei den Äquator überschritten und sind schliesslich in einer ganz anderen Welt gelandet. Die letzte Destination auf unserer grossen Reise heisst Bali, die kleine Insel der Götter und Dämonen im indonesischen Archipel.

Da wir gegen den Schluss hin nicht mehr so den Drang verspüren, gross herumzureisen, haben wir uns gleich mal zehn Tage im Künstlerort Ubud einquartiert - wahrhaftig wieder mal ein ganz spezieller Platz. Die Strassen von Ubud sind von wunderschönen Restaurants, Cafés und Kunstgallerien gesäumt, die Stimmung ist äusserst relaxed, das Tempo ganz langsam - hier kann man es sich sehr gut gehen lassen. Wenn man den Ort auf die eine oder andere Seite verlässt, steht man schon nach kurzer Zeit inmitten sattgrüner Reisterassen. Die Intensität der Farben ist eine Symphonie für die Augen. Hie und da trifft man einen zufriedenen Reisbauer, mal ziert ein gemütliches Restaurant den Weg oder irgendwo sieht man einen Künstler, welcher sich von der Szenerie inspirieren lässt. Die Welt hier scheint so friedlich zu sein, Stress, Hektik, Konflikte, Missgunst etc. sind so fern - wir geniessen es noch einmal sehr. Glücklicherweise haben wir mit unserer Unterkunft ebenfalls ins Schwarze getroffen. Wir leben im Guesthouse einer typisch balinesischen Familie. An der Philisophie dieses Hauses ("...du kommst als ein Gast und gehst als ein Familienmitglied...") scheint etwas Wahres zu sein, wir fühlen uns bei diesen herzlichen Leuten sehr gut aufgehoben.

Ein ganz spezielles Fest, welches gerade jetzt auf Bali stattfindet, möchten wir euch nicht vorenthalten. In den Tagen vor Nyepi bringen wunderschön gekleidete Frauen grosse Kelche mit Opfergaben zu den Tempeln und am Vorabend steigt dann eine grosse Prozession. Junge Leute tragen die in monatelanger Arbeit gefertigten Monster durch die Strassen, machen einen Riesenkrach und vertreiben so die Geister von der Insel. Gut, werdet ihr euch sagen, das alleine ist ja noch nicht so ein Riesending, wir haben bei uns mit der Fasnacht ja etwas ähnliches. Stimmt! Was dann aber am Nyepi Tag selber passiert, ist wohl einzigartig. Alle Leute (inklusive Touristen) müssen in ihren Häusern bleiben, es darf niemand auf die Strasse gehen. Es darf weder gesprochen noch darf am Abend das Licht angezündet werden. Alles ist geschlossen, wirklich alles - sogar der internationale Flughafen. In und auf den Strassen ist keine Menschenseele anzutreffen (hat man uns gesagt). Wir konnten es nicht mit eigenen Augen kontrollieren, die Eingangstür unserer Unterkunft war fest verschlossen. Und wieso machen die Balinesen das? Falls die am Vorabend vertriebenen Geister noch einmal zurückkehren, sollen sie meinen, dass keine Menschenseele mehr auf der Insel sei und sie daher weiterziehen müssen. Andere Länder - andere Bräuche!

Apropos weiterziehen. In unerem Blog werden schon bald die letzten Zeilen geschrieben sein, wir zählen nicht mehr die Monate, nicht mehr die Wochen sondern die Tage, wir haben die Zielgerade erreicht, die baldige Heimkehr steht bevor. Klar sind die Gefühle etwas gemischt. Wir freuen uns auf Familie und Freunde, auf die Vorzüge der Schweiz und auf Bratwurst mit Rösti. Auf der anderen Seite sind wir aber auch etwas "gwunderig", wohin uns der weitere Weg führen wird. Wir beide sind offen für vieles, haben einen vollen Benzintank und einen grossen Koffer voller Motivation. Gerne zittieren wir an dieser Stelle noch einmal unseren südafrikanischen Reisekollegen Jonathan:

"Let's see what life brings!"


schön, dass wir den trolligen Ganesha hier in Bali noch einmal antreffen

die Unterkunft inmitten üppiger Landschaft ist ein Traum

im Reisfeld hat es allerhand Kreaturen...

...und sogar etwas ähnliches wie ein Osterhase...

die Vorbereitungen für Nyepi laufen auf Hochtouren

furchteinflössende Figuren säumen das Strassenbild

wo führt der Weg nach unserem Abenteuer wohl hin?